Wach exakt nach 45 Minuten. Warum schläft mein Baby nur kurz?

Diese kleinen Pausen am Tag, wenn Dein Baby schläft, sind wunderbar. Zum Luft holen, zum duschen, meditieren, zum telefonieren, lesen oder auch zum Nickerchen halten. Du hast es Dir gerade auf dem Sofa gemütlich gemacht und willst in Deiner Lieblingszeitschrift rumblättern…“Waaah“ da ist Dein Babylein wieder wach. Wie schade, wieder nur ein kleines Nickerchen. Exakt 30 Minuten oder vielleicht eine knappe dreiviertel Stunde? Kommt Dir das bekannt vor?

Kurze Tagschlafphasen sind sehr sehr häufig und können ein Zeichen sein, dass Dein Baby im Tagesablauf eine Veränderung braucht. Was heißt das?

Unsere Kleinen wachsen vor allem im ersten Lebensjahr im rasenden Tempo. Neue Erfahrungen und Meilensteine werden erreicht. Sowohl der Schlafbedarf als auch die Länge der idealen Wachphase (also die Zeit, die Dein Baby am Stück wachbleiben kann ohne zu übermüden) ändert sich. Es ist ein stetiger Wechsel und manchmal gar nicht so leicht, da als Eltern hinterher zu kommen. Aber lass uns mal gemeinsam genauer hinschauen und herausfinden, ob Dein Kleines durch kleine Änderungen im Tagesablauf bald schon länger schlafen wird.

Was ist ein kurzer Schlaf?

Wenn der Schlaf unter einer Stunde ist, spricht man von einem kurzen Schlaf. Die Länge sagt dabei viel aus: so ist ein Schläfchen um die 30 Minuten meist ein Zeichen dafür, dass Dein Baby übermüdet ist und dann auch wahrscheinlich weinend aufwacht.

Typisch sind auch Schläfchen mit einer Länge von ca. 45 Minuten. Warum? Weil das die Länge eines Schlafzyklus ist. Wenn Dein Baby länger als 45 Minuten schläft, zeigt das, dass es die Schlafzyklen miteinander verbinden kann. Wenn es vorher aufwacht, fehlt ihm noch diese Fähigkeit.

Warum sind kurze Schlafphasen am Tag ein Problem?

Wie geht es Dir, wenn Du zu wenig schläfst? Wir sind dann alle nicht die beste Version unserer selbst, oder? So auch unsere Babys, denn kurze Schläfchen am Tag sind weniger erholsam, unsere Kleinen sind dauermüde und knatschig.

Kurze Tagschlafphasen können außerdem dazu führen, dass sich am Tag Übermüdung ansammelt und Dein Baby abends schwerer in den Schlaf findet, nachts unruhiger schläft, oft wach wird und auch früh am Morgen aufwacht (mehr dazu im Blogpost Hilfe, mein Baby ist ein Frühaufsteher!).

Es gibt aber Ausnahmen!

Ja, kurze Schlafphasen am Tag sind anstrengend aber vor dem 5. Monat ganz normal in der Entwicklung Deines Babys. Auch wenn Tagschlafphasen in den ersten Monaten nicht konstant sind und sehr unterschiedlich in der Länge, kannst Du versuchen, den Schlaf zu verlängern. Wenn Dein Baby früh aufwacht, nimm es in den Arm und versuch es, wieder in den Schlaf zu schuckeln. Vielleicht hilft es auch, den Schnuller wieder in den Mund zu tun. Wenn Du Deinem kleinen Baby so wieder helfen kannst, in den Schlaf zu finden, prima!

Wenn Du mehr Unterstützung in den ersten 3 Lebensmonaten brauchst, wird Dir mein Babyschlaf Kurs sehr helfen. Der LaLeLu Online Kurs lässt Dein Baby nicht weinen und hilft Dir, gute Schlafgewohnheiten zu etablieren. Das ist in der Anfangszeit so wertvoll und schafft eine wunderbare Basis für den Schlaf in den kommenden Monaten und Jahren.

Kurze Schläfchen sind auch häufig und normal, wenn sich Tagschlafphasen reduzieren – also im Wechsel von 3 auf 2 bzw. 2 auf 1 Schlafphase am Tag. Solche kurzen Powernaps   sind dann meist nur um die 30 Minuten und helfen Deinem Baby, nicht zu übermüden.

Etabliere eine entspannende Bettgehroutine

Auch wenn Dein Baby müde ist, kann es ihm sehr schwer fallen, runterzukommen und einzuschlafen. Die Welt ist einfach so spannend und will entdeckt werden. Jeden Tag entdecken die Kleinen was Neues, lernen krabbeln oder laufen und haben Wachstumsschübe. Könntest Du nach einem spannenden Vormittag, den Du mit Deinem Lieblingsmenschen verbracht hast und aufregende Neuigkeiten erfahren hast, einfach einschlafen? Wahrscheinlich nicht, auch wenn Du müde wärst, würdest Du Dir erst mal was gemütliches anziehen, vielleicht ein paar Seiten im Buch lesen, über die guten Gespräche nachdenken um dann Dich für einen Mittagsschlaf (toll, wenn wir Mamas das auch mal haben dürfen!) hinlegen.

Warum sage ich das? Weil Dein Baby genau das gleiche braucht: Einmal einen beruhigenden, gemütlichen Ort zum schlafen und zum Anderen eine gewisse Zeit, um runter zu kommen.

Aus dem Grund ist es so wichtig, dass wir Eltern unsere Kleinen dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen. Vor jedem Nickerchen ist eine kurze, immer gleich ablaufende Bettgehroutine so hilfreich. Das kann so aussehen, dass Du Dein Kleines wickelst, die unbequeme Kleidung ausziehst und einen Schlafsack anziehst. Vielleicht kannst Du dann ein Buch vorlesen (für manche Babys sind Bücher allerdings vor dem schlafen gehen zu stimulierend), das Licht ausmachen und dann mit Deinem Kleinen etwas kuscheln. Unsere Kleinen lieben es, wenn sie genau wissen, was als nächstes passiert. Genau solch eine immer gleich ablaufende Bettgehroutine bereitet Dein Baby darauf vor, zur Ruhe zu kommen und schlafen zu gehen.

Wie sieht eine gute Schlafumgebung aus?

Damit Dein Baby gut schlafen kann, wollen wir es ihm so leicht wie möglich machen. Und dazu gehört Dunkelheit, denn Helligkeit ist einfach viel zu stimulierend für Dein Kleines und macht es ihm schwer, einzuschlafen und schlafend zu bleiben. Versuch das Zimmer richtig abzudunkeln. Das kann schon einen großen Unterschied machen! Verdunkelungsrollos wie diese hier  sind wunderbar. Und wenn Du unterwegs bist, kannst Du den Schlafplatz für Dein Baby mit diesen portablen Verdunklungsvorhängen abdunkeln.

Die perfekte Schlafumgebung sollte zudem ruhig sein. Manchmal hat man die Geräuschkulisse nicht selbst in der Hand. Dann kann eine Sound Maschine  helfen, die durch ein konstantes Rauschen andere Störgeräusche übertönt.

Vielleicht machst Du Dir Sorgen, dass Du Dein Baby davon abhängig machst und es nur in Dunkelheit und Ruhe schlafen kann? Natürlich darf es auch Schläfchen mitten im Leben geben, im Kinderwagen oder im Auto. Aber zuerst ist es notwendig, die ideale Umgebung zu schaffen damit der Schlaf lang und erholsam ist um dann erst im nächsten Schritt Flexibilität einzubinden. Außerdem schläfst Du nicht auch viel besser, wenn es dunkel und ruhig ist?

Wie hilft der Schlafdruck Deinem Baby, länger zu schlafen?

Wenn dein Baby gähnt, ist das der ultimative Hinweis darauf, dass es müde ist. Oder? Tatsächlich sind die klassischen Müdigkeitsanzeichen wie gähnen oder am Ohr zupfen in den ersten 4 Lebensmonaten ein wichtiger und sicherer Hinweis dafür, dass es für Dein Baby Zeit ist, schlafen zu gehen.

Ab dem 5. Monat aber ist ein gähnen allein nicht unbedingt ein Indiz, dass es der beste Zeitpunkt fürs schlafen ist. Ein gelangweiltes Baby kann manchmal wie ein müdes Baby aussehen. Selbst wenn Dein Baby vielleicht müde genug ist um einzuschlafen kann es sein, dass der Schlafdruck nicht hoch genug ist und es nach einem Schlafzyklus aufwacht und nicht mehr weiterschlafen kann. Damit Dein Baby für den Schlaf wirklich müde ist, kann es daher manchmal notwendig sein, es etwas länger wach zu halten. Um eine Orientierungshilfe zu bekommen, findest Du in den Highlights die Empfehlungen für die Länge der Wachphase. Wenn Dein Baby größer wird, weiten sich die Wachphasen aus!

Der Schlafdruck ist aber nicht nur von der Länge sondern auch von der Aktivität in der Wachphase abhängig. Also sei aktiv mit Deinem Kleinen, geht raus, trefft euch mit anderen Mamas und Kindern, lass Dein Baby krabbeln oder herumlaufen. All das baut den Schlafdruck auf und fördert einen langen, erholsamen Schlaf!

Ein Wort zur Übermüdung

Noch ein Wort zu der Länge der Wachphase. Bitte lass Dich nicht dazu verleiten, Dein Baby zu lange wach zu halten. Wenn Dein Kleines übermüdet, produziert der Körper ein Übermaß des Stresshormons Cortisol, welches Dein Baby aufputscht. Daher kann auch eine zu lange Wachphase dazu führen, dass Tagschlafphasen kurz (, Kinder übermüdet und Nächte unruhig) werden.

Wenn Dir das jetzt alles kompliziert erscheint, glaub mir, es hilft schon ungemein, wenn Du dieses Wissen im Hinterkopf hast. Schritt für Schritt wirst Du für Dein Baby herausfinden, was passt. Gib dem ganzen ein bisschen Zeit!

Ist Dein Baby einfach hungrig?

Manche Babys wachen vom Schläfchen früh auf weil sie einfach hungrig sind. Daher kann es manchmal sinnvoll sein, dass Du Dein Kleines vor dem schlafen noch einmal fütterst. Achte dann aber bitte darauf, dass Dein Baby an der Brust oder Flasche nicht kurz einnickt, denn dieses kleine Mini-Schläfchen während des Trinkens löst den Schlafdruck auf (mehr zum Schlafdruck findest Du im letzten Post) und kann es Deinem Kleinen schwer machen, wieder einzuschlafen oder am schlafen zu bleiben. Versuche in so einem Fall Dein Baby vor dem Schläfchen in einem hellen Raum und ein bisschen früher zu füttern. Sprich mit Deinem Baby, halte Augenkontakt und versuch Dein Bestes, dass es nicht während des Trinkens einschläft.

Auch während Wachstumsschüben kann Dein Baby vor Hunger aufwachen und nicht mehr weiterschlafen können. Füttere Dein Baby natürlich immer, wenn es hungrig ist.

Kurzes Wachwerden

Ich erinnere mich noch daran, wie ich meine große Tochter gebadet habe während meine kleine Tochter ihren Mittagsschlaf machte aber dann früh aufwachte. Schnell hob ich meine Große aus der Badewanne, trocknete sie ab und half ihr, sich anzuziehen. Dann ging ich schnell zu meiner kleinen Tochter, die schon wieder am schlafen war. Es waren vielleicht 6 Minuten von dem Moment, in dem ich sie weinen hörte bis ich in ihrem Zimmer war.

Manchmal kann es gut sein, etwas zu warten da Dein Baby selber wieder in den Schlaf findet. Einige Babys wachen im Übergang der Schlafzyklen auf (oft nach 45 Minuten), weinen kurz und schlafen dann weiter.

Du weißt selbst als Mama und Papa am besten, ob Du sofort auf das Weinen Deines Babys reagieren musst oder kurz warten kannst. Vertraue auf Dein Gefühl.

Warum Einschlafhilfen den Schlaf verkürzen können

Einschlaf-Stillen oder in-den-Schlaf-schuckeln sind klassische Einschlafhilfen, die leider aber der Grund dafür sein können, dass Dein Kleines nur kurz schläft. Warum?

Wenn Dein Baby nicht selbständig in den Schlaf findet, kann es wahrscheinlich beim Wechsel der Schlafzyklen nach 30 – 45 Minuten aufwachen und braucht die gleiche Unterstützung wie beim einschlafen, um wieder in den Schlaf zu finden.

Was kannst Du tun? Eine allgemeingültige Lösung ist schwer zu geben. Wenn Dein Baby aber z.B. nur durchs schuckeln einschläft, kannst Du diese Assoziation Schrittchen für Schrittchen auflösen. Wiege es wie gewohnt und bleib still stehen kurz bevor Dein Baby im Arm einschläft, hör das Schuckeln jeden Tag ein bisschen früher auf. Das Ziel ist, dass Dein Kleines mit der Zeit auch ohne schuckeln einschläft.

Mama, bitte entspann Dich

Manche Babys sind chronische Kurzschläfer, die regelmäßig nach 45 Minuten aufwachen. Irgendwann ist das aber auch überwunden und das Beste, was Du in solch einer Situation tun kannst ist, die Situation zu akzeptieren und trotzdem weiter nach den möglichen Gründen Ausschau zu halten.

Vor allem: Nimm es nicht persönlich. Du bist eine tolle Mama, auch wenn Dein Kleines immer nur kurz schläft und es einfach nicht besser wird. Hab Geduld mit Dir und Deinem Baby, Du bist doch auch noch neu in dieser Situation und wirst wie alle anderen auch mal Dein Baby übermüden lassen, Wachphasen zu lange oder zu kurz halten, Du wirst Dein Baby zu warm oder zu kühl anziehen, so dass es dadurch aufwacht. Du wirst Fehler machen, so wie jede von uns. Dein Baby wird davon keinen Schaden nehmen. Du bist eine tolle Mama!

 

Hilfe, mein Baby ist ein Frühaufsteher! 11 ½ Wege, wie Du Dein Baby dabei unterstützen kannst, länger zu schlafen

Dein Baby wacht früh auf? Kinder sind von Natur aus früh wach. Aber was ist zu früh?

Weißt Du noch, als Du Dich kinderlos am Wochenende morgens im Bett noch mal umdrehen konntest und genau richtig für einen Brunch um 11 Uhr aufgestanden bist? Solche Zeiten sind (fürs erste) leider vorbei.

Die meisten Babys und Kinder sind von Natur aus Frühaufsteher und starten zwischen 6 und 7 Uhr in den Tag. Ich weiß, 8 Uhr wäre so viel angenehmer, aber eine Aufwachzeit zwischen 6 und 7 Uhr ist für kleine Kinder vollkommen normal. Da hilft es zu verstehen, dass der circadianer Rhythmus (die „innere Uhr“) noch anders läuft als der von Erwachsenen. Die Kleinen brauchen abends eine frühere Bettgehzeit als wir Großen und wachen morgens früher auf.

Vielleicht denkst Du Dir jetzt, zwischen 6 und 7 Uhr wäre ja akzeptabel…mein Kind wacht aber immer pünktlich um 5:30 Uhr auf und will in den Tag starten! Damit bist Du nicht allein, denn dieses Aufwachen in den Morgenstunden ist bei kleinen Kindern sehr verbreitet.

Warum? Das liegt am Schlafdruck. Der Schlafdruck hilft uns einzuschlafen, wenn wir müde sind. Auch bekannt als das Gefühl „ich will jetzt nur noch ins Bett“! Der Schlafdruck ist meistens abends zur Bettgehzeit hoch. Perfekte Umstände: draußen ist es dunkel, es wird kühler und der Körper ist ermüdet vom Tag. Das macht das abendliche Zubettgehen meist leicht. Wenn aber Dein Kind morgens früh um 5:30 Uhr aufwacht, ist genau das Gegenteil der Fall: es wird draußen hell und der Körper ist schon recht ausgeruht. Außerdem ist der Körper zwischen 4 und 6 Uhr morgens in der Leichtschlafphase. Also sehr gut nachvollziehbar, wenn Dein Kind in den frühen Morgenstunden aufwacht und es schwer hat, wieder in den Schlaf zu finden, oder? Wenn das aber zur Regel wird, lohnt es sich herauszufinden, warum Dein Kind so früh wach wird.

Mit diesen Tipps lernt Dein Baby, länger zu schlafen und seinen Rhythmus an Euch anzupassen. Als erstes solltest Du die äußeren Umstände prüfen.

  1. Ich bin hell-wach. Warum Helligkeit den Schlaf rauben kann.

Vor allem in den Sommermonaten wird es schon früh morgens hell und Dein Kleines kann denken, dass es Zeit ist, in den Tag zu starten und die Welt weiter zu entdecken. Es ist einfach alles zu spannend! Daher rate ich Dir sehr, in Verdunklungsrollos und Verdunklungsvorhänge zu investieren. Wenn ihr unterwegs seid und das Hotelzimmer oder Schlafzimmer bei Oma und Opa abdunkeln wollt, sind portable Verdunklungsfolien total praktisch.

  1. Pip Pip Pip. Vogelzwitschern kann Dein Baby wecken.

Wenn in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 6 Uhr die Welt draußen langsam wach wird, soll es Dein Kind lieber nicht. Da wir alle genau in dieser Zeit sehr leicht schlafen, können Geräusche vom Nachbarn, der klingelnde Wecker oder zwitschernde Vögel Dein Kleines schnell wecken. Manchmal reicht es, das Fenster zu schließen damit Dein Baby nicht geweckt wird. Wenn das nicht ausreicht, kann eine Sound Maschine helfen, Störgeräusche durch ein konstantes Rauschen zu übertönen.

Wenn Du sicher bist, dass erste Sonnenstrahlen und lautes Vogelzwitschern kein Grund dafür ist, dass Dein Kleines in den frühen Morgenstunden aufwacht, dann lass uns weiter auf die Suche nach dem Grund gehen.

  1. Knurrt Babys Magen? Was Du machen kannst, wenn Dein Baby früh morgens Hunger hat.

Vielleicht machst Du Dir Gedanken, ob Dein Kleines aufgrund von Hunger früh morgens aufwacht. Das ist sehr gut nachvollziehbar und wenn dem so ist, solltest Du versuchen, dass Dein Baby tagsüber mehr Kalorien zu sich nimmt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, das ist manchmal leichter gesagt als getan. Wenn Dein Kind jünger als 5 Monate alt ist, kannst Du eine zusätzliche Still- oder Flaschenmahlzeit in den Tag integrieren (so, dass Du Dein Baby ca. alle 3 Stunden fütterst). Wenn Dein Baby 5 Monate alt ist, ist das vielleicht auch der richtige Zeitpunkt, um mit Beikost zu beginnen und bei älteren Kindern kannst Du versuchen, nahrhafte Lebensmittel wie Banane und Avocado zu füttern. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Du einen Dreamfeed einführst. Nimm dazu Dein schlafendes Baby zwischen 22 und 23 Uhr aus dem Bettchen und füttere es im Schlaf. Die meisten Babys trinken und schlafen direkt weiter. Wenn Dein Kind tagsüber genug zu sich nimmt, auf der Wachstumskurve bzw. Perzentilenkurve bleibt und trotz dieser zusätzlichen, späten Milch wieder früh wach wird, ist Hunger wahrscheinlich nicht der Grund.

  1. Mit nasser Windel oder Schmerzen schläft es sich nicht gut.

Der Schlaf zwischen 4 und 6 Uhr morgens ist ein sehr leichter Schlaf und alles, was zum Unwohlsein beiträgt, kann Dein Kleines vom weiterschlafen abhalten. Vielleicht ist die Windel Deines Babys ausgelaufen und der Pyjama nass? Das ist ziemlich unbequem. Meistens hilft es schon, eine Windelgröße größer zu nutzen. Auch wenn Dein Baby Schmerzen hat, krank ist oder Zähnchen kommen, kann es früh morgens schwer wieder in den Schlaf finden. Dann helfen meist nur Mamas Arme und Du kannst eine frühmorgendliche Kuschelstunde genießen.

  1. Alles ist so aufregend. Wenn morgens um 4:30 Uhr krabbeln geübt werden muss.

Wenn meine Kleinen in den frühen Morgenstunden wach werden, liegt das häufig daran, dass sie eine große Entwicklung gemacht haben: angefangen haben zu krabbeln, sich aufzurichten, zu laufen oder die Eingewöhnung in der Kita hatten. Vor allem, wenn die Kleinen große Meilensteine erreichen wie aufzustehen, wollen sie dies zu jeder (unmöglichen) Uhrzeit üben und das kann temporär den Schlaf beeinflussen. Wenn Dein Kleines z.B. im Bettchen aufsteht, zeig ihm wie es sich wieder hinlegen kann und übt das Hinsetzen auch immer wieder am Tag. Hab Geduld, wenn Dein Kind genug an dieser neuen Fähigkeit gefeilt hat, wird es hoffentlich bald das üben in den frühen Morgenstunden einstellen.

Wenn Dein Baby nun trotz alle Bemühungen weiter morgens früh aufwacht, lohnt es sich, die Tagesstruktur näher zu betrachten. Tag- und Nachtschlaf sind nämlich eng miteinander verwoben. Wenn Dein Baby tagsüber zu wenig oder auch zu viel schläft, dann kann sich das auf den Schlaf in der Nacht auswirken. Schauen wir uns das mal genauer an.

  1. Irgendwann ist genug mit schlafen. Warum zu viel Tagschlaf Dein Baby morgens wecken kann.

Manche Babys wachen früh morgens auf, weil sie einfach am Tag zu viel geschlafen haben und nicht mehr müde sind. Das Schlafbedürfnis unserer Kleinen ändert sich im ersten Jahr rasend. Kleine Babys brauchen mehr Schlaf und größere Babys benötigen weniger Schlaf. Die Grafik gibt Dir einen Überblick, wie häufig und lange der Tagschlaf im Idealfall je nach Alter Deines Babys sein sollte.

Anmerkung zur Grafik: In den ersten vier Monaten sollte vor allem das Ziel sein, eine gesunde Schlafroutine zu entwickeln. Ganz sanft und nach dem Tempo des Babys. Was da heißt und wie Du Dein Kleines dabei unterstützen kannst, lernst Du im LaLeLu Babyschlaf Online Kurs für Dein Neugeborenes.

  1. Auch zu wenig Schlaf am Tag macht Dein Baby zum Frühaufsteher

Wenn Dein Kleines am Tag zu wenig schläft kann diese Übermüdung ein Grund dafür sein, dass es in den frühen Morgenstunden aufwacht. Was kannst Du da machen? Als kurzzeitige Lösung empfehle ich Dir, Dein Baby an solchen Tagen abends früher ins Bett zu legen. Nachtschlaf ist regenerativer als Tagschlaf und so kann Dein Baby den fehlenden Tagschlaf aufholen. Langfristig solltest Du versuchen herauszufinden, warum Dein Baby tagsüber immer nur kurz oder zu wenig schläft. Ideen dazu findest Du im Blogpost Warum schläft mein Baby nur kurz?

Und nun wird es knifflig, denn der erste Schlaf am Tag kann sich sehr stark auf das frühmorgendliche Aufwachen auswirken. Dann nämlich, wenn er zu früh ist!

  1. Bitte noch nicht wieder einschlafen! Halte Dein Baby morgens länger wach.

Die erste Wachphase (Wachphase = die Zeit zwischen aufwachen und dem nächsten Schläfchen) sollte nicht zu kurz sein. Sonst ist der erste Schlaf wie eine „Verlängerung der Nacht“ und das frühe Aufwachen wird sich wiederholen. Ein Teufelskreis. Wie lange die erste Wachphase idealerweise ist, hängt vom Alter Deines Babys ab und verändert sich laufend. Wenn Dein Baby morgens sehr früh wach wird und schon nach kurzer Zeit wieder müde ist, versuche diese erste Wachphase in kleinen Schritten zu verlängern indem Du zum Beispiel mit Deinem Baby auf den Spielplatz gehst, Bücher schaust oder einfach mit ihm durch die Wohnung tanzt. Jeden Tag dehnst Du so die erste Wachphase am Tag etwas länger.

Die Grafik zeigt Dir, wie lange idealerweise Wachphasen am Tag je nach Alter Deines Babys sind.

  1. Später ins Bett, früher wach? Warum eine späte Bettgehzeit ganz enorm was mit dem früh morgendlichen Aufwachen zu tun hat.

Hat Dir jemand schon mal geraten, Dein Baby einfach abends später ins Bett zu legen, damit es länger schläft? Für die meisten Babys führt eine spätere Bettgehzeit allerdings eher zum Gegenteil und sie werden noch früher wach. Auch wenn es auf den ersten Blick schwer nachvollziehbar ist: wenn Dein Baby in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 6 Uhr wach wird, kann es schon helfen, wenn Du Dein Kleines 20-30 Minuten früher ins Bett bringst. Statt 20 Uhr kann Dein Baby dann schon um 19:30 Uhr schlafen gehen. Warum ist das so? Der erholsamste Schlaf ist in der ersten Hälfte der Nacht. So viel Dein Baby davon schläft, umso besser (übrigens gilt das auch für uns Erwachsene!). Außerdem unterstützt eine frühere Bettgehzeit die Kleinen dabei, in den natürlichen, ersten Schlafzyklus zu kommen und hilft so häufig, dass sie länger schlafen.

  1. Die perfekte Bettgehzeit. Die letzte Wachphase vor dem Schlafengehen hat es in sich.

Auch die Länge der Zeit, die Dein Baby vor dem abendlichen Zubettgehen wach ist, kann das morgendliche Aufwachen beeinflussen. Stichwort: Übermüdung! Übermüdete Babys schlafen häufig unruhig und wachen früh am Morgen auf. Da die ideale Länge der letzten Wachphase am Tag sehr unterschiedlich ist, achte auf die Müdigkeitsanzeichen die Dein Kleines gibt. Außerdem kannst Du in den Highlights unter „Wachphasen“ eine Idee bekommen, wie lange Dein Babys idealerweise wach ist, ohne zu übermüden (die letzte Wachphase am Tag ist meistens die längste, darf aber nicht zu lang sein!).

Jetzt hast Du viel darüber erfahren, was der Grund für das Aufwachen Deines Babys am frühen Morgen sein kann. Doch was, wenn es nicht an äußeren Einflüssen, Hunger, Unwohlsein, zu wenig bzw. zu viel Tagschlaf oder einer zu späten Bettgehzeit liegt?

  1. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere.

Ist das Aufwachen in den frühen Morgenstunden eventuell zur Gewohnheit deines Babys geworden? So, wie man auch am Wochenende zur gleichen Zeit aufwachen, wenn der Wecker in der Woche klingelt – weil die innere Uhr an diese Uhrzeit gewöhnt ist. Was kannst Du dagegen machen? Reagiere auf das frühe Aufwachen als wäre es mitten in der Nacht (ist es ja irgendwie auch!), halte es dunkel und langweilig. Dein Kleines soll merken, dass es noch nicht so weit ist, aufzustehen, das alle anderen noch schlafen und nichts Spannendes geschehen wird.

Das waren 11 Wege, wie Du Dein Baby dabei unterstützen kannst, morgens länger zu schlafen. Egal, für welche Strategie Du Dich entscheidest, um auf das Aufwachen in den frühen Morgenstunden zu reagieren, gib den Änderungen Zeit und bleib konsequent. Veränderungen geschehen nicht über Nacht (auch die nicht, die fast noch in der Nacht sind)!

Und vergiss nicht, wenn Dein Kleines zwischen 6 und 7 Uhr aufwacht, ist das für Dich vielleicht zu früh aber völlig normal bei kleinen Kindern.

Aber wo ist der letzte halbe Tipp, damit Dein Baby morgens nicht so früh aufwacht?

11 ½ : Wenn nichts aber auch gar nichts helfen will und Dein Kleines trotz aller Bemühungen regelmäßig früh wach wird – halte durch!

Bald in nicht allzu weiter Zukunft, wird Dein Kind morgens alleine aufstehen können und sich was zu spielen oder essen holen. Bis es so weit ist, sorge gut für Dich. Mamasein ist (so wunderbar und auch) oft so anstrengend: wenn es möglich ist, geh früh ins Bett, leg Dich mittags für ein Nickerchen hin und wechsle Dich so gut es geht mit den Papa bei der Frühschicht ab.