4 Monats Schlafregression – Wenn Dein Baby plötzlich schlecht schläft

Anzeichen & Tipps | Schlafregression 4 Monate

Eigentlich lief es doch so gut … Aber plötzlich kann dein Baby nicht mehr gut einschlafen? Und du fragst dich, warum schläft mein 4 Monate altes Baby nicht durch? Der Grund dahinter nennt sich 4 Monats-Regression. Hier erfährst du mehr über die Anzeichen einer Schlafregression und was du tun kannst, um den Schlaf deines Babys zu verbessern.

Victoria Kinga Lamprecht
Babyschlafberaterin und Gründerin von Kingababy®

4 Monats Schlafregression Baby KingaBaby

Dein kleiner Schatz ist bereits älter als 4 Monate?

Auch im 8.-10., 12. und 18.-24. Monat kann eine Regression auftreten. Den allgemeinen Blogartikel dazu findest du hier: Schlafregression Baby

Falls du nur wenig Zeit hast oder dich später nochmal mit der 4 Monats Schlafregression beschäftigen möchtest, hast du hier die Möglichkeit dir die dazugehörige Podcast-Folge anzuhören:

Jetzt aber viel Spaß beim Lesen! 🙂

Was ist die 4 Monats Schlafregression?

Der 4. Lebensmonat ist ein ganz Besonderer, hier endet offiziell die Neugeborenen-Zeit (ein lachendes und ein weinendes Auge, oder?). Dein kleiner Schatz wächst, wird aufmerksamer und neugieriger. Die Wachphasen werden länger, es lernt zu greifen und beginnt sich vielleicht auch schon zu drehen. Diese „Schübe“ (vielleicht kennst du den 19 Wochen Schub aus dem bekannten Buch „Oje, ich wachse“) betrachten Entwicklungen und können daher mit Regressionen gleichgestellt werden.

Merkst Du neben all diesen großen Entwicklungsschritten, dass sich auch der Babyschlaf um den 4. Lebensmonat verändert? Das ist ein wichtiger und entscheidender Schritt in der Schlafentwicklung, denn um den 4. Lebensmonat herum wechseln unsere Babys vom Neugeborenen-Schlafmuster in weiter entwickelte Schlafmuster, die denen von uns Erwachsenen ähneln.

Dein kleiner Schatz verbringt nun mehr Phasen im leichten Schlaf. Konkret heißt das, dass Dein Baby jetzt schlechter einschläft, häufiger wach wird und allgemein schwerer zur Ruhe kommt.

Regression = Entwicklungsschritt

Die großen Regressionen finden mit 4 Monaten, 8 Monaten und 18 Monaten statt. Da die 4 Monats-Regression die Erste ist, ist sie für die meisten Eltern eine sehr große Herausforderung. Die Bezeichnung REGRESSION ist aber eigentlich irreführend, da Regression für Rückgang steht – dabei ist es eher eine Weiterentwicklung, die Dein Baby damit erreicht. Ja, eine Regression ist gut, denn sie zeigt, dass sich Dein Baby und sein Schlaf weiterentwickeln.

Wie macht sich die Schlafregression bemerkbar?

4 Monats Schlafregression: Anzeichen

Folgende Veränderungen können Anzeichen für die Regression sein:

  • plötzlich erschwertes Einschlafen
  • häufiges nächtliches Wachwerden (im Übergang der Schlafzyklen)
  • dein Kleines hat mehr Durst als sonst

Wann beginnt die 4 Monats Schlafregression?

4 Monats Schlafregression: Dauer

Die Regression beginnt um den 3. Lebensmonat und dauert bis in den 6. Lebensmonat hinein. Aber dann sind die Veränderungen im Schlafverhalten endgültig und du kannst wieder aufatmen.

Der Schlaf Deines Babys verläuft nun in 5 Phasen

  • Non-REM Phasen 1 und 2

Das sind die Leichtschlafphasen, Dein Baby verbringt etwa die Hälfte seines Schlafs in diesem leichten Schlaf. Wenn Dein Kleines in Phase 2 ist und ein Geräusch hört, reagieren die Gehirnströme zwar darauf, es wird aber nicht unbedingt ganz davon wach.

  • Non-REM Phasen 3 und 4

Das sind die regenerativen Tiefschlafphasen, auch „slow wave“ genannt, die vor allem das erste Drittel des Nachtschlafs dominieren. Das ist auch meist der Schlaf, den Babys gut zusammenhängend schlafen.

  • REM Phase (Rapid Eye Movement)

REM Schlaf ist ein leichter Schlaf, aber er unterscheidet sich von den anderen Leichtschlafphasen. Im REM-Schlaf träumen wir.

Der neue Schlafzyklus

Diese 5 Phasen zusammen ergeben einen Schlafzyklus, welchen wir Erwachsene und nun auch Dein Baby mehrmals in der Nacht durchläuft. Ein Zyklus dauert 60-120 Minuten, zum Abschluss des Schlafzyklus wird man kurz wach. Wir wachen auf und prüfen ob alles unverändert ist. Du und ich, wir können uns daran meist gar nicht erinnern, suchen eine gemütliche Schlafposition und schlafen weiter.

Was heißt das für Dein Baby? Auch Dein Baby wacht nach dem Abschluss des Schlafzyklus (alle 60, 90 oder 120 Minuten) auf und kann dann vielleicht nicht mehr in den Schlaf finden.

Warum die 4 Monats Regression zum Schlafproblem werden kann

Etwa zeitgleich zur Regression gibt es einige großen Entwicklungsschritte. Dein Kleines ist mit vier Monaten nun aufmerksamer, aktiver und wacher. Es bemerkt plötzlich so viel mehr: Das Müllauto fährt lautstark in der Straße, das Handy von Mama blinkt, die große Schwester läuft rum. All diese aufregenden Dinge, die vorher in der kleinen Welt Deines Babys nur im Hintergrund passiert sind, erfasst es nun viel besser und findet das alles viel viel spannender als zu trinken. Daher ist es auch ganz häufig, dass die Kleinen abgelenkt sind und weniger trinken.

Also, Dein Baby hat nun

  1. einen neuen Schlafzyklus mit kurzen Aufwach-Phasen und
  2. ist es tagsüber abgelenkt und trinkt nicht so gut oder einfach schlechter.

Was passiert dann nachvollziehbarerweise nachts? Dein Baby wacht aufgrund des neuen Schlafzyklus alle 60-120 Minuten auf und hat dann wirklich Hunger (weil es tagsüber ja nicht gut getrunken hat).

Schon entsteht ein kleiner Teufelskreis, der zu häufigen füttern nachts führt und dazu, dass Dein Kleines tagsüber weniger Hunger hat, da es ja nachts mehr getrunken hat.

Was tun gegen die Schlafregression?

4 Monats Schlafregression: Tipps

Dazu müssen wir darüber sprechen, wie Dein Kleines einschläft. Viele Babys werden in den Schlaf getragen, geschuckelt, gewippt, gestillt oder gefüttert. Wenn Dein Baby nur so kennt einzuschlafen, dann kann es leider durch die 4 Monats Schlafregression und dem neuen Schlafzyklus dazu kommen, dass es – immer wenn es aufwacht – genau diese Hilfe zum einschlafen wieder braucht, mit der es eingeschlafen ist.

Spielen wir das mal durch:

Dein Baby ist müde, Du nimmst es in den Arm machst eine kleine Bettgehroutine und schuckelst es im Arm in den Schlaf. Als es dann ganz eingeschlafen ist, legst Du es ins Bettchen ab – und hoffst auf eine kleine Auszeit nur für Dich.

Nach 1 bis 2 Stunden wacht Dein Kleines nach Abschluss eines Schlafzyklus leicht auf, wird sich umschauen, erschrocken die andere Umgebung bemerken und nach Dir weinen „Ich bin doch in Mamas Arm eingeschlafen! Oh Gott, wo bin ich jetzt? Was ist das für ein Bettchen? Mama, hilf mir!“.

Und das ist vollkommen nachvollziehbar. Würdest Du nicht auch etwas verängstigt sein, wenn Du in Deinem Bett einschläfst und ein paar Stunden später auf dem Sofa aufwachst?

Das selbständige Einschlafen

Es ist also entscheidend, wie Dein Baby einschläft damit es nun durch den neuen Schlafzyklus und dem häufigen Aufwachen selbständig wieder einschlafen kann.

Genau daher ist es in der Babyschlaf-Welt ein großer Vorteil, wenn Du Dein Kleines schläfrig aber noch nicht ganz eingeschlafen ins Bett legst. So, dass es merkt es schläft im Bettchen ein.

Ja ich weiß sehr gut, dass das selbständige Einschlafen oft die größte Herausforderung ist. Aber das macht den Unterschied und es lohnt sich so sehr, lieber früher als später diese Fähigkeit zu fördern.

  • Schaffe die beste Schlafumgebung und achte darauf, dass Dein Kleines nicht durch Helligkeit wach gehalten wird. Babys haben keine Angst vor Dunkelheit, reagieren aber sehr stark auf Helligkeit. Daher: je dunkler die Schlafumgebung ist, desto besser! Verdunklungsrollos oder portable Vorhänge helfen Dir, das Zimmer dunkel zu halten.
  • Dein Kleines wird in dieser Umstellungsphase vielleicht weniger schlafen als es eigentlich bräuchte. Wenn es tagsüber nur wenig oder kurz geschlafen hat oder nachts häufig wach wird, kannst Du Dein Baby abends früher ins Bett bringen. Der Nachtschlaf ist regenerativer als Tagschlaf und so kann Dein Kleines etwas Schlaf nachholen.
  • Um den 4. Lebensmonat entwickelt sich Dein Baby in großen Schritten weiter. Es wird vielleicht versuchen, sich bereits umzudrehen – dieser Meilenstein findet meist zeitgleich mit der 4 Monats Regression statt. Achte darauf, dass Dein Kleines solche neuen Fähigkeiten am Tag ganz viel üben kann, so dass es nachts nicht trainieren muss 😉
  • Es ist so wichtig, dass Dein Kleines am Tag genug trinkt und die Trinkabstände tagsüber nicht zu groß sind. Während einer Regression wollen einige Babys häufiger trinken – füttere Dein Baby immer, wenn es hungrig ist! Ein zusätzliche Mahlzeit gegen 22/22:30 Uhr – die sogenannte Traummahlzeit – kann Deinem Baby helfen, länger zu schlafen.
  • Solange Dein Baby sich nicht alleine umdrehen kann, pucke es nachts weiter. Wenn Du es bisher nicht gepuckt hast, gib dem auf jeden Fall eine Chance.
  • Du willst mehr über die 4-Monats-Regression erfahren und sanfte Strategien kennenlernen, um Deinem Kleinen zu helfen, (wieder) gut zu schlafen? Dann habe ich was für Dich: Mein Online Kurs zur Regression gibt Dir konkrete Hilfen und Wege zur Hand, die euch in den kommenden Monaten unterstützen werden.

Wenn Du an meinem Kurs teilgenommen hast, kennst Du die Tools, um das selbständige Einschlafen zu fördern. Außerdem weißt Du, wie Du Dein Baby nachts unterstützen kannst, zwischen den Schlafzyklen weiterzuschlafen.

Manche Babys (und Mamas) bemerken die 4 Monats-Regression dann auch gar nicht. Nur leider ist es nicht immer so mit diesen kleinen süßen Menschlein und wenn nichts so klappt, wie Du es Dir wünscht, lass Dir von mir sagen: Du machst nichts falsch!! Diese Regression kann selbst die besten Schlaf-Babys aus dem Konzept bringen.

Daher habe ich noch weitere Tipps für Dich.

Babyschlafkurs für 3-5 Monate

Dieser Onlinekurs befasst sich mit dem Thema Babys Schlaf 4 Monate +/-. Fokus liegt auf der Schlafregression und wie du den Schlaf deines Kleinen verbessern kannst.