Podcastfolge Babyschlaf-Mythen #3

Was sind so typische Mythen zum Babyschlaf, zu denen Du gerne meine Meinung, meine Einschätzung hättest? Zwei Fragen, die mir geschickt wurden, werde ich in der heutigen Folge beantworten.

 

Mythos Nummer 1

  • Du bekommst die Kinder nie aus dem Familienbett!

Manchmal habe ich das Gefühl, dass keine Frage so sehr uns Eltern spaltet, wie die Frage nach dem Schlafplatz der Kleinen. 

Gleich vorweg: Ich halte wenig von „so und nicht anders“, für manche mag DAS eine passen, für andere was ganz anderes. 

Emotionen und Fakten

Bei so vielen Emotionen sinnvoll Faktenlage sprechen lassen: ist das Beistellbettchen die beste Lösung für den Schlafplatz unserer Kleinsten. Es gibt die klare Empfehlung, dass Eltern mit ihren Neugeborene in den ersten Monaten room-sharing praktizieren sollen. Das heißt, dass das Baby im Zimmer der Eltern aber im eigenen Bett/ Beistellbett schlafen soll. 

Das Beistellbettchen ist eine tolle Erfindung. Es macht es vor allem in den ersten Monaten als stillende Mama so viel leichter, die Nacht halbwegs erholsam zu schlafen. Familienbett, also „bed-sharing“ wird Aus wissenschaftlicher und ärztlicher Sicht nicht empfohlen. 

Start as you mean to go on

„Du bekommst die Kinder nie aus dem Familienbett“ schwingt mit, dass man das Kind daran gewöhnt und es dann nie mehr woanders schlafen will. Ganz ehrlich, wenn es für alle passt, na und?

Aber wenn man eigentlich denkt, mmh das möchte ich eigentlich nicht auf lange Sicht, dann darf man auch mal nachdenken, ob es denn „fair“ ist, dem Kind das Familienbett als den einzigen Schlafplatz zu vermitteln, bis man dann irgendwann selber es nicht mehr möchte bzw. wieder ich nach mehr Zweisamkeit sehnt und dann diese Erwartung stellt.

„Start as you mean to go on“ – „Fang so an, wie du weiterzumachen gedenkst“! Lebensumstände ändern sich, daher ist es wunderbar, wenn eine gewisse Flexibilität auch Teil des Ganzes ist.

Oder anders ausgedrückt, aus meiner Sicht ist es genau daher der beste Weg, von Beginn an mehrere Schlafplätze zu etablieren. Weil wenn wir unseren Kleinen schon von Beginn an zeigen, hier, hier und hier kannst Du schlafen, dann ist das langfristig auf jeden Fall leichter. Ich habe nicht per se was gegen das Familienbett – obwohl ich es Dir als Schlafberaterin nicht empfehlen würde.

Ja, ich glaube tatsächlich das das die Schlafsituation langfristig erschweren kann. Hol die Informationen, die Du brauchst, wäge ab und hör auf Deine Gefühl (ja, diese innere Stimme, die Dir sagt, was das Richtige für Dich und Deine Familie ist)!

Daher Start as you mean to go on!

Mythos Nummer 2

  • Mit Flaschennahrung schläft das Kind direkt durch!

Oh ja, guter Mythos! Auch dieses Thema ist ein sehr emotionales, welches starke Lager hervorruft. Fläschchen-Mama oder Still-Mama, gut oder schlecht, schwarz oder weiss.

Stillen vs. Fläschchen-geben

Ehrlich, ich finde das ganz furchtbar, dass es da so ein gegeneinander gibt und auch hier ein „so und nicht anders“-Gesetz, denn für mich ist klar, dass das eine so persönliche Entscheidung ist, die jede Mama für sich treffen soll! Ich habe meine beiden Mäuse voll stillen können und war damit sehr glücklich. Es gibt aber eine Milliarde Gründe, warum andere sich dafür oder dagegen entscheiden – und das ist nicht Aufgabe von anderen, das zu bewerten. Und vor allem, das sagt nichts über das Mamasein aus. Ihr hört, das Thema bewegt mich, ich finde einfach, dass es vor allem bei uns Müttern, die wir die nächste Generation prägen viel mehr Verbundenheit und Akzeptanz geben muss! Mehr Miteinander und weniger Gegeneinander. 

Mit dem Fläschchen klappt das Schlafen?

Aber kommen wir nun zum Mythos, der mir von einer Mama aus meiner Community geschickt wurde: „Mit Flaschennahrung schläft das Kind direkt durch“. Oder anders gesagt „gestillte Babys schlafen nicht, erst viel später durch!“.

Aus eigener Erfahrung: sowohl mit meinen beiden Töchtern, die ich voll gestillt habe und die beide schon lange vor der Beikost in der Nacht nicht mehr getrunken haben, als auch durch die Erfahrungen mit nun über 300 Teilnehmern meines LaLeLu Babyschlaf Kurses kann ich sagen, dass es an sehr vielen Dingen liegen kann, dass ein Baby durchschläft oder eben nicht. Aber die Art und Weise des Füttern, also ob stillen oder Fläschchen ist NICHT der Entscheidende.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Dazu gibt es auch eine Studie, in der Schlafzeiten, nächtliches Wachwerden und die Schlafqualität untersucht wurden. Die Studie stützt meine Beobachtung, dass es für den Schlaf unerheblich ist, ob ein Baby gestillt wird oder mit Fläschchen gefüttert wird! Hier das Abstrakt der Studie.

der Mythos „Mit Flaschennahrung schläft das Kind direkt durch“ ist also UNWAHR!

Was hilft denn dann für guten Schlaf?

Vielleicht denkst Du Dir jetzt: „Oh nein, ich hatte die Hoffnung, dass der Schlaf besser wird, wenn ich meinem Baby das Fläschchen gebe!“ Natürlich gibt es Situationen, bei denen das einen Unterschied macht. Wenn aufgrund von körperlichen Umständen die Kleinen nicht gut an der Brust trinken können oder z.B. die Milchproduktion nicht richtig in Gang gekommen ist. ABER was für den Schlaf unserer Kleinen langfristig einen großen Unterschied macht, ist viel mehr als nur der nächtliche Hunger. Und genau das ist Inhalt meines LaLeLu Babyschlaf Kurses und wird im Kurs zur 4-Monats-Regression weiter ausgebaut und unterstützt! 

Auch die Wahl des Schlaforts Stichwort Familienbett thematisiere ich natürlich in meinen Kursen. Ich empfehle, einen Schlaf am Tag im Bett zu üben. Üben! Denn Perfektion ist etwas, von dem wir uns als Mamas lieber verabschieden sollten. Das ist vor allem für die Perfektionisten unter uns Müttern sehr schwer. Ja, ich zähle mich auch dazu! Aber das einzige, was diese Perfektion Dir als Mutter nimmt, ist es die Zeit mit Deinem Baby zu genießen! Das darf man ganz langsam als Mama hineinwachsen und auch Geduld mit sich selber mitbringen.