Babyschlaf Mythen

Was sind so typische Mythen zum Babyschlaf, zu denen Du gerne meine Meinung, meine Einschätzung hättest? Zwei Fragen, die mir geschickt wurden, werde ich in der heutigen Folge beantworten.

 

 

Mythos Nummer 1

  • Power dein Baby nochmal so richtig aus vor dem schlafen!

Diese Aussage ist sehr häufig! Und das liegt oft an dem Irrglauben, dass Babys nicht viel Tagschlaf brauchen.

Allerdings muss man da etwas differenzieren. Also je nach Alter Deines Babys. Es gibt nämlich tatsächlich Situationen, in denen es sinnvoll ist, dein Baby noch etwas wach zu halten. 

Neugeborene

Wenn Du mir schon länger folgst, weisst Du, dass ich meinen Fokus gerade in meinem Babyschlafkursen vor allem auf den präventiven Babyschlaf lege, also darauf, in den ersten Lebensmonaten, von Anfang an gute Schlafgewohnheiten zu fördern und zu unterstützen. Dazu gehört unter anderem, dass Du die Müdigkeitsanzeichen Deines Babys verstehst und darauf reagierst. Das ist vor allem in der Neugeborenen-Zeit ganz ganz wichtig. Oft werden die Kleinen nämlich zu lange wachgehalten. Einfach weil man als Eltern gar nicht so recht glauben kann, dass es schon wieder Zeit ist für ein Schläfchen. Und dann bekommt Dein Baby plötzlich einen hysterischen Anfall und schreit wie verrückt. Hat es Hunger, tut der Bauch weh? Ich als Erstlingsmama habe auch immer gedacht, kann doch nicht sein, dass die Kleine jetzt schon wieder schlafen muss. Also ich habe die Unruhe gar nicht der Müdigkeit zugeordnet, das war für mich anfangs gar keine Option – weil sie doch gerade erst geschlafen hat. 

Kurze Wachphasen

Ist doch gerade erst eine Stunde wach! Also musste es Hunger sein oder sie hatte Schmerzen oder und „so ist das eben mit Babys“.  Und natürlich kann weinen und Unruhe auch ein Zeichen sein, dass Dein Kleines Hunger hat oder Schmerzen oder oder oder aber es ist (vor allem in Kombination mit der altersgerechten Wachphase) auch ein klares Zeichen für Übermüdung und Überstimulation.

Bei einem Neugeborenen z.B. heisst eine Stunde wach sein: trinken (das ist für ganz Kleine oft auch ermüdend!), rumschauen, auf dem Bauch liegen, Geräusche und Stimmen hören, neues entdecken. Das ist viel, das ist anstrengend und genug!

Mehr über Wachphasen

Daher ist es so wertvoll zu verstehen, dass die Kleinsten schnell wieder müde werden und es NICHT gut ist, wenn sie total auspowern und übermüden. Dabei hilft das Wissen, die Kenntnis von idealen Wachphasen, die Du auf meiner Webseite www.kingababy.de unter FÜR DICH nachschauen kannst. Je nach Alter Deines Babys bekommst Du dadurch schon mal eine Idee, wo ihr steht. Ob Dein Kleines zu lang wach ist oder vielleicht sogar Wachphasen ausgeweitet werden sollten. Das sind natürlich fixen Angaben sondern Empfehlungen, die ca. Angaben sind und die Dir helfen sollen, die richtige Wachphasen Länge für dein Kleines zu finden!

Ältere Babys und Kinder

Denn – ich hatte ja schon angedeutet – auch das ist nicht selten. Vor allem so ab dem 4. Lebensmonat. Ich habe in meinen Coachings, mit meinen Mamas ganz häufig solche Situationen, in denen die Kleinen tagsüber zu früh ins Bett gebracht werden. Und ich kann das so gut nachvollziehen denn wenn es gut klappt, die richtige Wachphasenlänge sich eingependelt hat, Dein Kleines gut in den Schlaf findet – genau DANN will man ja nichts verändern. Und es ist nicht selten, dass Mamas denken „yeay, es hat sich alles gut eingespielt und klappt“ und just in diesem Moment sich wieder alles verändert. Mamasein wie es leibt und lebt. Wir haben ständig die Entwicklung unserer Kleinen im Blick, überlegen neue Spielideen, gucken, dass sie dem Alter entsprechend gut ausgelastet sind UND passen die Wachphasen-längen kontinuierlich an! Das Leben mit Kindern ist voller Veränderungen und da darf soll muss man mitgehen und das bezieht sich auch auf die Wachphasen. 

Wenn Dein Kleines also mit sagen wir 8 Monaten nicht länger als 2,5 Stunden zwischen seinen Schläfchen wach ist, dann ist das eine zu kurze Wachphase für das Alter! Und das führt oft dazu, dass die Schläfchen kurz sind und die Nächte unruhig.

Warum?

Weil der Müdigkeitstank in Deinem Baby sich in der zu kurzen Wachphase nicht auffüllen kann und sich nicht genügend Schlafdruck aufbaut. Wunderbar, mit was für Wörtern ich hier um mich schmeiße, oder?

Müdigkeitstank und Schlafdruck

Was ich damit sagen will, es ist wichtig:

  1. die ideale Altersgerechte Wachphasenlänge im Hinterkopf zu haben und
  2. diese versuchen anzupeilen damit sich genug Müdigkeit im Körper Deines Babys ansammeln kann

Neben der Müdigkeit muss sich auch genug (und jetzt noch mal das Wort aus der Schlafforschung) genug Schlafdruck aufbauen.  Hier bitte nicht von jetzt auf gleich schnell versuchen, das umzusetzen!

Mamas „Thrill“

Vor allem im Übergang ist es eine gute Mischung aus müde genug und nicht übermüdet, und die zu finden (und immer wieder neu zu finden) ist ein kleiner Thrill des Mamaseins!

Und glaub mir, Du bist damit nicht allein. Alle dürfen mit dem Mamawerden ganz schnell verstehen, dass eins mit Kindern sicher ist, nämlich dass sich alles immer wieder ändert!

 

Mythos Nummer 2

  • Babys sollen mit Lärm schlafen können!

Also grundsätzlich verstehe ich die Idee dahinter: Das Baby soll sich daran gewöhnen, dass das Leben um das Baby herum weiter geht. Es soll auch bei Geräuschen schlafen können. 

In meiner Welt ist das aber nicht der ganz richtige Weg, denn ich bin der Meinung, dass der Schlaf heilig ist und es DEN entscheidenden Unterschied macht, ob das Leben mit Baby und Kind leicht oder sehr sehr fordern ist. Wenn Babys und Kinder gut schlafen (und mit gut meine ich nachts mit wenigen bis keinen Unterbrechungen und tagsüber mit regelmäßigen Schlafphasen) dann ist das ganze Familienleben ausgeruhter, entspannter und einfacher. Am Schlaf unserer kleinen Schätze hängt soviel, ich würde sogar so weit gehen und sagen „Babyschlaf ist heilig“! Und das heißt dann folglich, bezogen auf die Frage danach, ob man tagsüber Rücksicht auf ein schlafendes baby nehmen soll: ja, auf jeden Fall!

Meine Geschichte

Vielleicht kennst Du schon meine Geschichte, den etwas steinigen Weg hin zu meinem Herzensthema, den Babyschlaf. 

Als sich nach der ersten schwierigen, vollkommen übermüdeten Zeit hat sich das Blatt gewendet und wir hatten dank all dessen, was ich Dir auch in meinen Babyschlaf Kursen beibringe, ein entspanntes, gut schlafendes, ausgeruhtes Kind und somit waren wir Eltern das auch. Ich kann mich noch so gut reinführen in diesen Zeit, wie sich der graue Schleier, der über allem durch das Schlafdefizit lag auflöste und ich das Mamasein endlich so genießen konnte…wie ich mir dachte, ach so, die Schlaflosigkeit muss gar nicht zwangsläufig dazu gehören! Es darf leicht sein, wir alle dürfen ausgeruht sein – auch wir als frisch gebackene Eltern! Na, dann ist es ja wirklich vorstellbar, eine Fussballmannschaft an Kindern zuhause zu haben! Ich war so beflügelt, so über überglücklich! Damit ist dann auch der Grundstein für Kingababy gelegt worden. Und vor allem der Grundstein für den LaLeLu Kurs! Die Fussballmannschsft habe ich dann allerdings ad acta gelegt. Denn ja, auch wenn die Kleinen gut schlafen ist es oft sehr herausfordernd als Mama. 

Bettgehroutine und andere Hilfen

Noch mal zurück zum Mythos, soll man Rücksicht auf ein schlafendes Kind nehmen: 

Viele Kinder sind vor allem wenn sie älter werden, immer aufmerksamer, wollen nichts verpassen, haben es schwer, loszulassen. Genau da macht es einen großen Unterschied, wenn man die Kleinen etwas abschirmt. Dazu gehört zum einen der Übergang von Aktion zu Ruhe mit einer Bettgeh-Routine. Zum zweiten, dass nicht das volle Programm an Aktion weiter zu machen.  

Ein Beispiel aus meinem Leben

Meine Kleine 2 jährige hat es in der Corona-bedingten Zeit zuhause oft schwer, mittags zur Ruhe zu finden. Vor allem weil die Schwester mit ihren 5 Jahren nicht mehr mittags schläft und die beiden sich vormittags ziemlich aufputschen…da ist alles spannender als mittags zu schlafen. Daher machen wir folgendes: alle gehen schlafen,…

Das ist bei kleineren Kindern natürlich nicht immer so leicht, weil sie viel häufiger am Tag schlafen aber in der Trag z.B. sind die Kleinen wunderbar abgeschirmt von all den Geräuschen. Und wenn es noch Geschwisterchen gibt, dann dürfen die auch gerne lernen, dass – wenn das Baby schläft – nicht laut rumgeschrien wird. Meiner Meinung nach ist das etwas, was Kinder gerne schon früh lernen dürfen – darauf, auf andere Rücksicht zu nehmen! Und die Zeit, in der die Kleinsten ganz oft am Tag schlafen ist ja sehr begrenzt…das ist nicht ewig so.  

Und jetzt Du, was würdest Du gerne wissen?

Die Möglichkeit, mir Deine Fragen zu schicken hast Du über Instagram, Facebook oder per Mail an kontakt@kingababy.de. Ich freu mich immer sehr über Mails und beantworte alle – wenn auch teils mit etwas Verzögerung, da momentan ja bei mir wie bei allen die Kinder zu Hause sind und ich somit seltener arbeiten und am Rechner sitzen kann als normal.