Der 4. Lebensmonat ist ein ganz Besonderer, hier endet offiziell die Neugeborenen-Zeit (ein lachendes und ein weinendes Auge, oder?), Dein kleiner Schatz wächst, wird aufmerksamer und neugieriger. Die Wachphasen werden länger, es lernt zu greifen und beginnt sich vielleicht auch schon zu drehen.

Merkst Du neben all diesen großen Entwicklungsschritten, dass sich auch der Babyschlaf um den 4. Lebensmonat verändert? Will dein Baby plötzlich nicht einschlafen und wacht nachts wieder häufiger auf? Der Grund dahinter nennt sich 4 Monats-Regression.

Das ist ein wichtiger und entscheidender Schritt in der Schlafentwicklung, denn um den 4. Lebensmonat herum wechseln unsere Babys vom Neugeborenen-Schlafmuster in weiter entwickelte Schlafmuster, die denen von uns Erwachsenen ähneln.

Was es mit dem Schlaf im 4. Monat auf sich hat

Um den 4. Lebensmonat herum verändern sich die Schlafzyklen Deines Babys und es verbringt nun mehr Phasen im leichten Schlaf. Um besser zu verstehen, was Schlafphasen sind und was beim Wechsel vor sich geht, möchte ich Dir heute generell was dazu erklären.

Der Schlaf Deines Babys verläuft in 5 Phasen

  • Non-REM Phasen 1 und 2

Das sind die Leichtschlafphasen, Dein Baby verbringt etwa die Hälfte seines Schlafs in diesem leichten Schlaf. Wenn Dein Kleines in Phase 2 ist und ein Geräusch hört, reagieren die Gehirnströme zwar darauf, es wird aber nicht unbedingt ganz davon wach.

  • Non-REM Phasen 3 und 4

Das sind die regenerativen Tiefschlafphasen, auch „slow wave“ genannt, die vor allem das erste Drittel des Nachtschlafs dominieren. Das ist auch meist der Schlaf, den Babys gut zusammenhängend schlafen.

  • REM Phase (Rapid Eye Movement)

REM Schlaf ist ein leichter Schlaf, aber er unterscheidet sich von den anderen Leichtschlafphasen. Im REM-Schlaf träumen wir. Bei uns Erwachsenen ist der Körper wie paralysiert. Die Gesichtsmuskel und vor allem die Augen bewegen sich hingegen viel im Traum – daher auch der Name: Rapid Eye Movement. Und das Gehirn ist ähnlich aktiv wie im wachen Zustand!

Bei Babys gibt es in dieser Phase allerdings keine REM-Paralyse, sie bewegen sich viel, lachen, machen Saugbewegungen und weinen sogar in dieser Schlafphase. Sie wirken dann eventuell wach, sind es aber nicht.

Warte daher einen Moment, wenn Dein Baby im Schlaf unruhig wird, da Du es sonst während des REM-Schlafs versehentlich wecken könntest.

Der neue Schlafzyklus

Diese 5 Phasen zusammen ergeben einen Schlafzyklus, welchen wir Erwachsene und nun auch Dein Baby mehrmals in der Nacht durchläuft. Ein Zyklus dauert 60-120 Minuten, zum Abschluss des Schlafzyklus wird man kurz wach. Wir wachen auf und prüfen ob alles unverändert ist. Du und ich, wir können uns daran meist gar nicht erinnern, suchen eine gemütliche Schlafposition und schlafen weiter.

Was heißt das für Dein Baby? Auch Dein Baby wacht nach dem Abschluss des Schlafzyklus (alle 60, 90 oder 120 Minuten) auf und kann dann vielleicht nicht mehr in den Schlaf finden.

Warum die Regression zum Schlafproblem werden kann

Etwa zeitgleich zur Regression gibt es einige großen Entwicklungsschritte. Dein Kleines ist mit vier Monaten nun aufmerksamer, aktiver und wacher. Es bemerkt plötzlich so viel mehr: Das Müllauto fährt lautstark in der Straße, das Handy von Mama blinkt, die große Schwester läuft rum. All diese aufregenden Dinge, die vorher in der kleinen Welt Deines Babys nur im Hintergrund passiert sind, erfasst es nun viel besser und findet das alles viel viel spannender als zu trinken. Daher ist es auch ganz häufig, dass die Kleinen abgelenkt sind und weniger trinken.

Also, Dein Baby hat nun

  1. einen neuen Schlafzyklus mit kurzen Aufwach-Phasen

&

  1. ist es tagsüber abgelenkt und trinkt nicht so gut oder einfach schlechter.

Was passiert dann nachvollziehbarerweise nachts? Dein Baby wacht aufgrund des neuen Schlafzyklus alle 60-120 Minuten auf und hat dann wirklich Hunger (weil es tagsüber ja nicht gut getrunken hat).

Schon entsteht ein kleiner Teufelskreis, der zu häufigen füttern nachts führt und dazu, dass Dein Kleines tagsüber weniger Hunger hat, da es ja nachts mehr getrunken hat.

Wie kannst Du deinem Baby helfen, besser zu schlafen?

Dazu müssen wir darüber sprechen, wie Dein Kleines einschläft. Viele Babys werden in den Schlaf getragen, geschuckelt, gewippt, gestillt oder gefüttert. Wenn Dein Baby nur so kennt einzuschlafen, dann kann es leider durch die 4 Monats Schlafregression und dem neuen Schlafzyklus dazu kommen, dass es – immer wenn es aufwacht – genau diese Hilfe zum einschlafen wieder braucht, mit der es eingeschlafen ist.

Spielen wir das mal durch:

Dein Baby ist müde, Du nimmst es in den Arm machst eine kleine Bettgehroutine und schuckelst es im Arm in den Schlaf. Als es dann ganz eingeschlafen ist, legst Du es ins Bettchen ab – und hoffst auf eine kleine Auszeit nur für Dich.

Nach 1 bis 2 Stunden wacht Dein Kleines nach Abschluss eines Schlafzyklus leicht auf, wird sich umschauen, erschrocken die andere Umgebung bemerken und nach Dir weinen „Ich bin doch in Mamas eingeschlafen! Oh Gott, wo bin ich jetzt? Was ist das für ein Bettchen? Mama hilf mir!“.

Und das ist vollkommen nachvollziehbar, würdest Du nicht auch etwas verängstigt sein, wenn Du in Deinem Bett einschläfst und ein paar Stunden später auf dem Sofa aufwachst?

Das selbständige Einschlafen

Es ist also entscheidend, wie Dein Baby einschläft damit es nun durch den neuen Schlafzyklus und dem häufigen Aufwachen selbständig wieder einschlafen kann.

Genau daher ist es in der Babyschlaf-Welt ein großer Vorteil, wenn Du Dein Kleines schläfrig aber noch nicht ganz eingeschlafen ins Bett legst. So, dass es merkt es schläft im Bettchen ein.

Ja ich weiß sehr gut, dass das selbständige Einschlafen oft die größte Herausforderung ist. Aber das macht den Unterschied und es lohnt sich so sehr, lieber früher als später diese Fähigkeit zu fördern.

  • Wenn Du schwanger bist oder Dein Baby jünger als 13 Wochen ist, wird mein LaLeLu Babyschlaf Online Kurs Dir helfen, Dein Baby ganz sanft an das selbständige Einschlafen zu gewöhnen. Es lohnt sich so sehr, schon am Anfang gute Schlafgewohnheiten zu etablieren, wende die Hilfen und Tipps aus dem Kurs an und versuche immer wieder, Dein Baby dabei zu unterstützen, selbstständig einzuschlafen. Es wird nie einfacher sein, als in den ersten 3 Monaten! Natürlich wirst Du Dein Kleines auch im Arm oder im Kinderwagen schlafen lassen. Ich zeige Dir im Kurs, wie Du eine gute Balance finden kannst!

 

  • Wenn Du an meinem Kurs teilgenommen hast, kennst Du die Tools, um das selbständige Einschlafen zu fördern. Außerdem weißt Du, wie Du Dein Baby nachts unterstützen kannst, zwischen den Schlafzyklen weiterzuschlafen (schau dazu noch mal im Booklet auf Seite 10). All das wird sich nun im vierten Lebensmonat auszahlen: Wenn Dein Kleines nach einem abgeschlossenen Schlafzyklus aufwacht, fällt es ihm weniger schwer ohne Hilfe wieder einzuschlafen. Manche Babys (und Mamas) bemerken die 4 Monats-Regression dann auch gar nicht. Nur leider ist es nicht immer so mit diesen kleinen süßen Menschlein und wenn nichts so klappt, wie Du es Dir wünscht, lass Dir von mir sagen: Du machst nichts falsch!! Diese Regression kann selbst die besten Schlaf-Babys aus dem Konzept bringen. Daher habe ich noch weitere Tipps für Dich.

 

  • Was kannst Du tun, wenn Dein Kleines nur mit Hilfe an der Brust, an der Flasche, im Arm, in der Wippe oder im Kinderwagen einschlafen kann? Ich empfehle Dir, dass Du die Einschlaf-Hilfe in kleinen Schritten reduzierst: Wenn Du Dein Kleines in den Schlaf stillst, versuche es im nächsten Schritt nun leicht zu wecken, bevor Du es ablegst. Die nächste Etappe wäre dann Dein Baby nur noch in den Schlaf zu schuckeln und es leicht zu wecken, bevor Du es ablegst. Danach könntest Du versuchen, Dein Baby im Bett zu schaukeln bis es einschläft…und so Schrittchen für Schrittchen und mit ganz viel Geduld kannst Du dem Ziel näher kommen, dass Dein Kleines selbständig einschläft um dann nachts nicht mehr Deine Hilfe zu brauchen, um wieder einzuschlafen.

 

  • Schaffe eine beruhigende Bettgeh-Routine und achte darauf, dass Dein Baby nicht zu lange bzw. zu kurze Wachphasen hat.

 

  • Sei Dir bewusst, dass es um den 4. Lebensmonat herum einen Wechsel der Schlafphasen gibt und lass Dich davon nicht eiskalt erwischen.

 

  • Wenn Dein Kleines nach einem Schlafzyklus wach wird, warte ein paar Minuten ob es von alleine wieder einschlafen kann. Reagiere nicht sofort, auch wenn Dein Baby sich ein bisschen beschwert oder nörgelt. Gib Deinem Kleinen die Möglichkeit, alleine wieder in den Schlaf zu finden.

 

  • Schaffe die beste Schlafumgebung und achte darauf, dass Dein Kleines nicht durch Helligkeit wach gehalten wird. Babys haben keine Angst vor Dunkelheit, reagieren aber sehr stark auf Helligkeit. Daher: je dunkler die Schlafumgebung ist, desto besser! Verdunklungsrollos oder portable Vorhänge helfen Dir, das Zimmer dunkel zu halten.

 

  • Dein Kleines wird in dieser Umstellungsphase vielleicht weniger schlafen als es eigentlich bräuchte. Wenn es tagsüber nur wenig oder kurz geschlafen hat oder nachts häufig wach wird, kannst Du Dein Baby abends früher ins Bett bringen. Der Nachtschlaf ist regenerativer als Tagschlaf und so kann Dein Kleines etwas Schlaf nachholen.

 

  • Um den 4. Lebensmonat entwickelt sich Dein Baby in großen Schritten weiter. Es wird vielleicht versuchen, sich bereits umzudrehen – dieser Meilenstein findet meist zeitgleich mit der 4 Monats Regression statt. Achte darauf, dass Dein Kleines solche neuen Fähigkeiten am Tag ganz viel üben kann, so dass es nachts nicht trainieren muss 😉

 

  • Es ist so wichtig, dass Dein Kleines am Tag genug trinkt und die Trinkabstände tagsüber nicht zu groß sind. Während einer Regression wollen einige Babys häufiger trinken – füttere Dein Baby immer, wenn es hungrig ist! Ein zusätzliche Mahlzeit gegen 22/22:30 Uhr – der sogenannte Dreamfeed – kann Deinem Baby helfen, länger zu schlafen.

 

  • Solange Dein Baby sich nicht alleine umdrehen kann, pucke es nachts weiter. Wenn Du es bisher nicht gepuckt hast, gib dem auf jeden Fall eine Chance.

 

  • Die 4 Monats-Schlafregression kann sehr anstrengend sein. Sorge dafür, dass es Dir trotzdem gut geht. Nur so kannst Du Dich gut um Dein Kleines kümmern. Wenn Du auf Hilfe zurückgreifen kannst, mach das auf jeden Fall! Wechsle Dich nachts mit dem Papa ab oder teilt die Nacht auf (einer übernimmt bis 24 Uhr und der andere übernimmt bis morgens). Tagsüber kann Dir vielleicht jemand helfen und Dein Baby bespaßen während Du Dich hinlegst. Auch nur ein bisschen Zeit für Dich ganz allein kann helfen!

Regression = Entwicklungsschritt

Regressionen finden mit 4 Monaten, 8 Monaten und 18 Monaten statt. Da die 4 Monats-Regression die Erste ist, ist sie für die meisten Eltern eine sehr große Herausforderung. Die Bezeichnung REGRESSION ist aber eigentlich nicht passend, da Regression für Rückgang steht – dabei ist es eher eine Weiterentwicklung, die Dein Baby damit erreicht. Ja, eine Regression ist gut, denn sie zeigt, dass sich Dein Baby und sein Schlaf weiterentwickeln.