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Hallo ihr Lieben!

Hier findet ihr die Transkription der aktuellen Podcast-Folge rund ums Thema GEBURT. Für alle (zukünftigen) Mamis, die mehr Lust auf lesen statt hören haben.

Die Geburt. Tipps und Hilfe für den großen Tag.

Heute will ich über den einen, den magischen Moment reden, der alles im Leben verändert: der Tag X, die Geburt Deines Babys. Du hast Dich 9 Monate auf den Tag vorbereitet, hast hecheln gelernt, Deine Schwangerschaftshose ausgedehnt, winzige wundersüße Baby-Bodys gefaltet und hoffentlich Deinen Nestbautrieb vollends ausgelebt. Alles steht bereit für die Ankunft. Die letzten Wochen und Tage sind wirklich hart, auszuhalten. Mein Bauch platzt bald…es soll endlich losgehen! Das denkt wohl jede Mama, deren ET in nächster Nähe ist. Wie wird mein Baby aussehen? Wie wird es riechen? Wie wird es mich angucken? Wie wird es sein, wenn ich es das erste Mal in den Arm nehme?

Die Zeit um den Geburtstermin ist wahnsinnig spannend. Du fragst Dich, sind das jetzt richtige Wehen? Wie fühlt es sich an, wenn es los geht? Das kann keiner wissen, der noch kein Kind gekriegt hat. Unsicherheit ist also völlig normal.

In dieser Folge will ich Dir meine wertvollsten Ratschläge für die Geburt geben. Ratschläge, die ich aus Gesprächen mit ganz vielen Mamas gesammelt habe und die mir auch enorm weitergeholfen haben. Einen ganz besonderen Dank dabei an Sandra, die wohl best-organisierteste Mama, die ich kenne und die mir in der Zeit vor der Geburt mit ihrer Unterstützung unglaublich geholfen hat! Und diese Hilfe will ich Dir weitergeben.

Du kannst einiges vorbereiten, damit es möglichst stresslos für dich wird, wenn es soweit ist:

  • Der Ort

Als erstes die Wahl des Krankenhauses, es gibt einige (leider wenige) Krankenhäuser, die hebammengeleitete Kreißsälen haben. Das heißt: Nur wenn es zu Komplikationen kommt, holt die Hebamme einen Arzt dazu. Ansonsten leitet die Hebamme die Geburt alleine und der Arzt ist zur Sicherheit im Hintergrund – in Rufbereitschaft. Ich habe mich aus unterschiedlichen Gründen für einen klassischen Kreissaal entschieden und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Das Wichtigste ist, dass Du das Gefühl hast, dort gut aufgehoben zu sein. Du kannst beim Informationsabend im Krankenhaus und noch besser bei der Kreißsaalführung schauen, wie Hebammen und Ärzte miteinander umgehen und wie die Stimmung ist. Unter der Geburt ist Deine Psyche besonders empfindlich, da solltest Du Dich wohl und sicher fühlen.

Ich kann Dir auch sehr empfehlen, im Krankenhaus deiner Wahl den Geburtsvorbereitungskurs zu machen. Da erfährst Du nicht nur über die Anzeichen einer Geburt und wann es wirklich an der Zeit ist, in die Klinik zu fahren, bei den Partnerkursen lernt Dein Mann außerdem, wie er Dich bei der Geburt unterstützen kann und bekommt von der Hebamme im besten Fall ne gute Ansage. Ein Zweier-Gespräch zwischen werdendem Papa und Hebamme ist auch sehr hilfreich. Es ist verdammt hart, nicht wirklich etwas tun zu können, wenn sich der Mensch, den man liebt, mit Schmerzen quält. Okay, der Schmerz ist für einen guten Zweck. Aber trotzdem. Es braucht einen starken Mann, um viele Stunden Wehen mit durchzustehen, ohne vor Mitleid, Hilflosigkeit oder Angst die Geburtshelfer anzubetteln, endlich „richtig“ einzugreifen.

  • Planen entstresst

Macht Dir einen gut durchdachten „Es-geht los-Plan“ und pack deine Kliniktasche rechtzeitig. Für mich waren schnelle Snacks, Cola, gemütliche Kleidung, dicke Socken und Labello am hilfreichsten.

Wenn Du einen Blasensprung hast, informiere Dich, was Du machen sollst. Es ist völlig in Ordnung, wenn Du im Krankenhaus auf der Geburtsstation anrufst und da nach Rat fragst. Wegen dem Blasensprung ist es ratsam, diese *wunderbaren* Inkontinenzbinden namens Pelzis da zu haben (die gibt’s im Drogeriemarkt) und eine Unterlage fürs Auto. Es ist total beruhigend, wenn Du in diesem Moment alles parat hast und nicht mehr hin und herlaufen musst, um alles zusammenzusuchen.

Überleg im Vorhinein, wie Du ins Krankenhaus kommst. Auch wichtig ist, zu wissen, was Du machst, wenn Dein Partner nicht schnell genug da sein kann. Kann jemand anderes mit? Mach Dir auf jeden Fall einen Plan B bei Abweichungen. Das entspannt. Ein informierter und vor allem ruhiger Mensch an deiner Seite ist ganz wichtig.

Aufgeregt-Sein ist absolut NORMAL. Wenn es los geht, mobilisierst du ungeahnte Kräfte und dein Körper weiß ganz intuitiv, was zu tun ist und was dir gut tut und was nicht. Alles andere ist zweitrangig, jetzt geht es nur um Dich. Vertrau Deinem Körper und mach, was er dir sagt. Glaub an dich! Bleib ruhig. Du schaffst das!

  • Die Hebamme

Leider kann es sehr gut sein, dass es während deiner Zeit im Krankenhaus einen HebammenSchichtWechsel gibt, da kaum eine Geburt, zumindest Erstlingsgeburt, in eine normale Dienstschicht der Hebammen passt. Das ist schade für dich aber wichtig für die Hebamme, die natürlich auch Pausen braucht. Trotzdem kann so ein Wechsel sich sehr, ich sag mal „unpassen“ anfühlen. Denn schließlich kommt die Hebamme Dir in dieser neuen und unbequemen Situation so nah, wie sonst kaum jemand vorher. Daher, frag im Krankenhaus nach, wie der Schichtwechsel abläuft. Mindestens eine sanfte Übergabe sollte schon geplant sein. Wenn Du ganz sicher gehen willst, gibt es Beleghebammen. Die bleibt bei Dir, egal, wie lang die Geburt dauert. Leider gibt es davon aber nicht sehr viele und die wenigen sind sehr früh ausgebucht. Aber wenn Dir das wichtig ist, kannst Du spätestens beim zweiten Kind alles früher an Angriff nehmen.

  • absolute Bedürfnisorientierung

Guck, was für DICH gut ist, nicht für andere. Wenn du schreien willst, schrei! Wenn du pupsen musst, pups! Wenn du trinken willst, die Position verändern willst, sonstige Bedürfnisse hast SAG DAS echt DIREKT!!! Und besprich vorher mit deinem Partner, dass ER bei Bedarf für die Umsetzung deiner Wünsche kämpfen muss. Ihr seid ein Team und er soll dich in allem unterstützen. Ich weiß, es ist nicht immer leicht, aber versuch Dein Schamgefühl aus- und Dein Selbstbewusstsein anzuschalten! Schwitzen, Körperflüssigkeiten, Stuhlgang…die Hebamme macht das täglich etliche Male, das ist Alltag für sie und sie kümmert sich drum und entfernt alles sofort…es gibt keinen Grund, sich für irgendwas zu schämen oder zurück zu halten und dein Partner findet dich eh toll und bewundert dich endlos für das, was du da leistest!

  • Die PDA

Ein Tipp war für mich auch noch Gold wert, nämlich mich frühzeitig nach der PDA zu erkundigen und mir schon mal die Unterlagen geben zu lassen, auch wenn Du Dir noch offen lassen willst, ob und wann Du eine PDA willst. Denn unter Schmerzen ist man jetzt nicht mehr ganz so konzentrationsfähig. Ich hatte es nicht so geplant aber für mich war die PDA ein Geschenk!

  • „Wunderbare“ Wehen

Du hast ja im Vorbereitungskurs gelernt, wie Du Wehen veratmen kannst. Falls alles gelernte auf einmal weg ist, ganz ruhig bleiben! Im Grunde ist das Wichtigste, dass Du in den Bauch ein- und mit langem Pfffff wieder ausatmest. Das kannst Du auch schon bei leichten Wehen anwenden und dabei üben.

Und dann immer dran denken: Eine Wehe dauert egal wie unglaublich heftig sie ist, nur 1 bis 1,5 Minuten. Und das Veratmen hilft. Und dann kannst du dich wieder entspannen. Das war für mich in der Theorie zwar auch klar, aber in der Praxis konnte ich mir das noch nicht vorstellen und es macht es wirklich aushaltbarer, dass immer wieder eine Pause zwischen den Wehen ist. Und wenn Dich zwischendurch der Mut verlässt, auch das ist völlig normal. Denk dran, Du hältst dein Kleines bald im Arm! Nimm jede Wehe an, denn jede Wehe ist eine Wehe weniger und bringt dich deinem Baby näher. Der Gedanke hat mich während der Geburt beflügelt.

  • Die ideale Geburt

Ich hatte vor der Geburt das Idealbild einer Wassergeburt. Es ist anders gekommen, weil ich in der Badewanne überhaupt nicht zurecht kam. Das Idealbild ist sowieso hinfällig. Sei lieber offen, sei offen für alles. Wenn baden hilft, klar bade…wenn du zum Wehen veratmen lieber stehen willst anstatt zu liegen, dann mach das, leg dich nicht vorher fest, wie du gebären willst… das kann bei der Geburt ganz anders sein…wie bei mir. Und falls es doch ein Kaiserschnitt werden muss sei nicht enttäuscht…dann es ist das Beste für dein Kind.

  • Deine Geburt = Deine Naturgewalt

Egal wie anstrengend und schmerzhaft…Geburt ist eine Naturgewalt… absolut faszinierend, kraftvoll und einzigartig… das Faszinierende war, meine ganze Angst war verschwunden. Man wird sehr ruhig und stark. Und ich kann aus meiner Erfahrung sagen, Wehen lassen sich ertragen, wirklich! Die Schmerzen sind vor allem am Ende heftig, aber das Gefühl nach der Geburt ist unbeschreiblich! Und wenn Du Dein Baby im Arm hast, dann ist alles andere egal!

Und nun frohes Gebären. Du packst das!