Beikost. Tipps, Tricks und Infos für Mama und Baby

Hallo ihr Lieben, heute gibt es wieder ein Thema für die Mamas unter Euch, deren Babys noch kleiner sind. Ich will über Beikost sprechen – welche Möglichkeiten gibt es und wie startest Du am besten – außerdem erfährst Du, wie ich es gemeistert habe und was meine besten Tipps für den Beikoststart sind.

Mit Beikost ist eigentlich alles gemeint, was zur KOST des Babys – nämlich der Muttermilch – BEIgefüttert wird = BEIKOST. Wenn Du Beikost hörst, denkst Du wahrscheinlich erst mal an Brei und das Ende der Stillzeit. Das muss weder das eine noch das andere sein. Ich habe ziemlich viel zu diesem Thema recherchiert und will Dir hier als erstes die unterschiedlichen Ansätze aufzeigen. Außerdem erfährst Du, wie diese Zeit am stressfreisten für Dich und Dein Baby ablaufen kann und warum Du nur wenige Dinge zum Beikost-Start brauchst.

  • der klassische Beikost-Start 1.1

In der klassischen Lehrbuch-Beikost-Einführung wird meistens empfohlen, dass Du mindestens bis zum Beginn des 5. Monats voll stillst und etwa zwischen dem 5. und 7. Monat Beikost einführst und parallel dazu weiter stillst. Der Einfachheit halber spreche ich jetzt nur von stillen, meine aber immer stillen oder Flasche geben.

Wichtiger als das Alter ist aber, dass Dein Baby interessiert daran ist, was andere essen und sich selbst Dinge in den Mund stecken kann. Das machen Babys in diesem Alter ja am liebsten! Und häufig wird der Hunger in diesem Alter auch mehr, die Babys wollen dann mehr trinken. Auch ein Zeichen dafür, dass mit Beikost gestartet werden kann. Ein gutes Zeichen fürs Beikost-bereit-sein ist auch, wenn der Zungenstoßreflex Deines Babys schwächer wird. Das heißt, wenn Dein Baby feste Nahrung nicht mehr reflexartig aus dem Mund schiebt.

Trotzdem kann es sein, dass Dein Baby aber auch einfach noch total überfordert ist mit Beikost. Wenn es sein Köpfchen wegdreht oder den Mund trotz herannahendem Löffel zulässt, dann kannst Du entweder mit aller Kraft und Überzeugung versuchen, dein Baby zu überreden oder Du verschiebst den Beikost-Start. Und das ist fürs Baby und vor allem für Deine Nerven besser! Mach einfach eine Pause und versuch es nach ein paar Wochen noch einmal. Auch die Gewöhnung an einen Löffel kann für Babys schwer sein. Daher kannst Du am Anfang den ersten Gemüsebrei auch von dinem sauberen Finger essen lassen. Irgendwann siegt die Neugierde immer und mit weniger Druck geht es deinem Baby und vor allem aber auch Dir besser! Am besten setzt ihr euch gemeinsam an den Tisch, Dein Baby auf dem Schoß oder im Stühlchen. Mach es so ungezwungen wie es nur möglich ist. Wenn Du merkst, dass da zu viel Druck in Dir ist und Du das Abstillen gar nicht mehr abwarten kannst, dann gibt es natürlich auch immer die Möglichkeit, dass Du auf die Flasche umschwenkst. Und von der Flasche dann auf Brei wechselst.

Beginne mit den ersten Löffeln Gemüsepüree zu einem Zeitpunkt, an dem der Hunger da ist aber auch nicht zu groß ist, sonst wird Dein Baby ungeduldig. Am besten genau zwischen zwei Stillmahlzeiten. Also, wenn Du zum Beispiel normalerweise so um 9 Uhr stillst und dann wieder gegen 12 Uhr, wäre es für den Beikost-Start am Anfang prima, um halb 11 zu füttern. Das ist der optimale Zeitpunkt zum Austesten, nicht zu hungrig, nicht zu satt. Dann gibt es das erste Testessen. Wenn das schon ganz gut klappt, kannst Du in den nächsten Tagen das füttern langsam zeitlich nach hinten verschieben. Dein Baby wird dann mehr Hunger haben und versteht, dass der Brei auch satt macht. So kannst Du den ersten Brei langsam und vor allem entspannt einführen.

Versuch anfangs am besten einen selbstgemachten Brei aus nur einer Gemüsezutat. Dann kannst Du am besten beobachten, wie Dein Baby auf die Zutat reagiert. Anfangs sind das nur wenige Löffel. Das ist ganz normal! Der Magen Deines Babys ist noch klein, in etwa so groß, wie die Faust Deines Babys. Der Magen-Darm Trakt muss sich an all das Neue auch erst mal gewöhnen. Mit Verstopfungen haben Babys beim Beiskost-Start nicht selten zu kämpfen. Das braucht Zeit.

  • Tipps für den Start

Für den Beginn empfehle ich immer Pastinake ohne weiße Möhre, die schmecken süßlich, machen aber nicht so fiese Flecken wie Karotten. Und Flecken bzw. eher vollgematschte Tücher wird es Anfangs einige geben. Kinder untersuchen ihr Essen zu gern mit den Händen. Das macht ja auch Spaß! Geh einfach von einem richtigen Brei-Abenteuer aus und bereite Dich darauf vor. Im Sommer kannst Du Dein Baby zum Beispiel einfach nur in Windeln füttern oder ein großes Spucktuch um den Hals hängen. Denk am Anfang auch an deine Schutzkleidung! Und dann packst Du danach einfach alles in die Waschmaschine und gut ist. Es wird nicht immer so ein Gematsche bleiben, versprochen!

Ach ja, super ist unsere Schutzplatte unter Laras Stuhl, so wird der Teppich geschützt. Am besten ist natürlich gar kein Teppich unter dem Tisch aber wir haben einfach eine Bürostuhlunterlage umfunktioniert und die liegt da immer noch und ist sehr praktisch!

  • der klassische Beikost-Start 1.2

Um jetzt weiter bei dem traditionellen Weg zu bleiben, peu a peu gibst Du mehr und der erste Brei ist dann der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei mittags. Wenn das schon gut klappt, wird etwa einen Monat später – so mit ca. 7 Monaten – als zweiter Brei der Milch-Getreide-Brei am Abend eingeführt. Und der letzte Brei, der klassischerweise wieder so ca. einen Monat später eingeführt wird, ist der Getreide-Obst-Brei am Nachmittag. Ein Brei gilt als eingeführt, wenn er die jeweilige Stillmahlzeit ersetzt hat. Das heißt, wenn Du genau danach bzw. davor nicht mehr stillen musst, damit Dein Baby satt ist.

Ab dem ersten Brei kannst Du Deinem Baby Wasser anbieten und es kann das trinken üben. Wenn Dein Baby drei Breie am Tag isst, braucht es zusätzlich Flüssigkeit, ca. 200ml pro Tag. Die Zahnärztin Bianca Wirnharter, mit der ich für Kingababy ein Interview geführt habe, rät, dass Dein Baby am besten sofort aus einem Becher oder einer Tasse trinken lernt. Lieber nicht aus der Flasche, denn das dauernde Nuckeln ist schädlich für die Zähne!

Anfangs kannst Du die Tasse bis zum Rand füllen damit die Oberlippe deines Babys gleich befeuchtet ist und es seinen Mund automatisch öffnet. Die Empfehlung 200ml klingt viel und das hat Lara auch nicht geschafft aber wichtig ist, dass Du das Trinken immer wieder anbietest.

Später wird dann noch ein Frühstück eingeführt und dann noch eine Zwischenmahlzeit. Nach ca. 3,5 Stunden ist der Blutzuckerspiegel nämlich im Keller, so weit sollte es nicht kommen, daher das Ziel, dass es am Tag 4-5 richtige Mahlzeiten gibt. Und dann ist es nicht mehr weit und Dein Baby isst mit Mama und Papa ganz normal mit! Und das ist so toll!!

 

Ok, jetzt kennst Du den Weg der klassischen Beikost-Eingewöhnung. Es gibt zum Einen die Möglichkeit, den Brei selber zu machen. Das ist wirklich keine große Arbeit. Ich bin keine begabte Köchin aber das hab ich auch problemlos hinbekommen. Praktisch ist, wenn Du größere Portionen machst und die dann gleich in 200 Gramm Einzelportionen abgefüllt einfrierst. Dann kannst Du die auch aufgetaut mitnehmen, wenn Du unterwegs bist. Und es gibt zum Zweiten natürlich auch fertige Gläschen. Die haben aber auch Pluspunkte, sie sind wohl die best-kontrolliertesten Lebensmittel in Deutschland und die Zutaten müssen schadstoffarm sein. Guck aber auf die Zutatenliste, es soll kein Salz, keine Gewürze und natürlich kein Zucker drin sein. Die meisten Breie sind vergleichbar mit selbstgemachten Breien. Aber unglaublich, was darüber hinaus noch alles angeboten wird. Den Stracciatella-Brei zum Abendessen fände Lara sicher super, den gibt’s aber definitiv nicht!

Also, bei der traditionellen Art der Beikost-Einführung gibst Du deinem Baby am Anfang alles Essen in Breiform. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung dazu.

  • Baby-led-weaning

Ein anderer Ansatz bei der Einführung der Beikost nennt sich Baby-led-weaning, „to wean“ heisst abstillen, also das Baby-gesteuerte Abstillen. Beim Baby-led-weaning (BLW) geht das Baby direkt von der Muttermilch zu „richtigem“ Essen über. Also ohne Brei. Das Essen wird als Finger Food angeboten, erst lutscht das Baby nur dran, irgendwann wird was abgebissen, ziemlich häufig gewürgt und dann auch mal geschluckt. Natürlich verzögert sich das Abstillen durch BLW. Aber für Mamas, die keine Eile mit dem Abstillen haben, ist das sicher ne schöne Methode.

Ich habe Baby-led-weaning nicht ausprobiert, kenne aber Mamas, die damit sehr glücklich waren. Vor allem ist das auch ein guter Weg, wenn es aus welchen Gründen auch immer mit der klassischen Beikost-Einführung nicht funktionieren will.

  • Hoch- und Tiefphasen

Es kann natürlich auch immer dazu kommen, dass nichts mehr geht. Also bezogen auf Essen. Und jede Mama ist mal genervt und verzweifelt, wenn es mit der Beikost nicht klappt. Es gibt immer wieder Hoch- und Tiefphasen. Nur nicht verzweifeln! Das ist ganz normal! Und Rückschritte gehören dazu. Lara hat auch einige Zeit schon richtig gern und viel Brei mittags gegessen und dann auf einmal keine Lust mehr gehabt. Da kann ich nur raten, immer wieder anbieten, in kleinen Mengen, wenn kein Interesse besteht, dann ist das eben so. Dein Baby wird schon zeigen, wenn es satt ist. Zum Beispiel indem es das Essen mit der Zunge wieder rausschiebt, den Kopf wegdreht oder den Löffel wegdrückt. Das solltest Du akzeptieren! Nicht überreden oder sogar zwingen! Ein gesundes Gespür für Hunger und Sättigung muss Dein Baby ja auch erst lernen.

Der Hunger bei Lara kommt auch jetzt noch in Perioden. Sie isst phasenweise wie ein Spatz und dann – ganz plötzlich – mit Heißhunger und kann gar nicht mehr aufhören. Ich habe keine Ahnung, wann genau sie einen Wachstumsschub durchläuft und dadurch dann einen vermehrten Kalorienbedarf hat. Sie schon, und dann isst sie zweimal so viel wie sonst. Im Krankheitsfall z.B. lehnen viele Babys Brei ab, aber trinken weiterhin an der Brust.

Mir hat immer geholfen, mich daran zu erinnern, dass mein Baby sich genau das holt, was es braucht! Mal mehr, mal weniger. Dieses Vertrauen finde ich so wichtig, denn es wird Dir diese neue Herausforderung als Mama leichter machen!

  • Du bist die Mama – Du entscheidest!

Die Herausforderung ist ja auch, sich immer wieder eine Meinung aufzubauen. Und die musst Du im Gespräch mit anderen Mamas oder auch der Oma leider häufig verteidigen. Bei dem Thema Kuhmilch zum Beispiel scheiden sich die Geister. Kuhmilch ist ja Bestandteil des Milch-Getreide-Breis aber wir als Allergiker haben die Kuhmilch im Brei bei Lara mit Hafermilch ersetzt. Ich hab dann Hafermilch gekauft, die extra mit Kalzium angereichert ist. Später habe ich mich da immer mit kleinen Mengen Kuhmilch herangetastet, das hat gut geklappt. Genauso kannst Du Gluten einführen. Sowohl bei Milch als auch bei Gluten gibt es natürlich mehrere Ansätze, die einen sagen, Kuhmilch bzw. glutenhaltiges Getreide soll mit Beginn der Beikost eingeführt werden, da das präventiv wirkt. Andere sagen, dass das frühe Einführen von Kuhmilch oder Gluten die Entwicklung einer Unverträglichkeit oder Zöliakie erhöhen kann. Wenn Du aber dein Baby stillst, während Du diese Lebensmittel einführst, besteht wohl kein erhöhtes Risiko.

Was Du aber wirklich vermeiden solltest im ersten Jahr, ist Honig! Der kann nämlich Keime enthalten, die im Darm Gifte bilden und das kann für Babys unter einem Jahr extrem gefährlich werden!

  • Eisen, Vitamin C und Co.

Ein anderes großes Thema wenn es um Beikost geht, ist Eisen. Da wird einem richtig Angst gemacht, dass Babys an Eisenmangel leiden können, wenn sie mit 6 Monaten keine Beikost bzw. kein Fleisch bekommen. Das war für mich als Vegetarierin ein emotionales Thema, nach Rücksprache mit meiner Kinderärztin habe ich Lara nur einmal die Woche Fleisch gegeben und sonst alle Getreidebreie mit Hirse gemacht. Hirse ist nämlich eisenhaltig und wunderbar verdaulich. Da Vitamin C die Aufnahme von Eisen verbessert, habe ich in den Hirsebrei 1-2 Esslöffel Apfel-oder Orangensaft eingerührt. Damit kamen wir prima zurecht.

 

Manchmal ist es nicht so leicht, seinen eigenen Weg zu finden. Ich glaube der beste Rat dazu ist, lies nicht zu viel im Internet. Du bist die Mama, Du entscheidest nach besten Wissen und Gewissen. Wichtig finde ich nur, dass man nicht alles blind glaubt, vor allem der Werbung nicht.

  • Was brauchst Du wirklich

Apropos Werbung. Als ich im Breirausch war, habe ich mich von einigen überflüssigen Produkten beeindrucken lassen, die ich mir hätte sparen können. Daher jetzt zum Schluss der Folge noch eine kleine Aufzählung, was Du wirklich brauchst zum Beikost-Start. Und das ist nicht viel:

Was ich wichtig finde, ist ein guter, stabiler Kinderstuhl (der von Stokke ist sauteuer aber einfach der Beste) mit Babyverkleinerung,  abnehmbarem Bezug und einem eigenen Tisch – das ist wirklich sehr praktisch, dein Baby kann dann einen eigenen Tisch vollsauen, den Du abmachen und saubermachen kannst! Dann natürlich Lätzchen, die aus Stoff sind schön und wenn sie auch noch abwaschbar sind, umso besser! Leider sind die abwaschbaren meistens aus Plastik, aber sie sind dann doch häufiger im Gebrauch und schnell wieder abgewaschen, wiederverwendbar und überleben auch locker mehrere Kinder. Und dann noch eine kleine Schüssel, ein paar flache Löffel (einige kannst Du Deinem Baby dann auch zum spielen und dran gewöhnen geben) und einen Trinkbecher. Meistens ist Kindergeschirr aus Melamin. Da Melamin immer häufiger in der Kritik steht (es können sich nämlich bei hohen Temperaturen Schadstoffe lösen) habe ich ein besseres Gefühl bei Kindergeschirr aus Bambus.

Ja: Stuhl, Lätzchen und Geschirr. Ganz ehrlich, mehr braucht man nicht.

  • Fazit

Mal wieder der wahrscheinlich häufigste Rat, der aber auch wirklich der Beste ist: Entspann Dich! Und versuch diesen neuen Entwicklungsschritt zu genießen! Und ich kann mich nur wiederholen: Lass Dein Baby entscheiden wie viel es essen möchte. Hab Vertrauen und vor allem: vergleiche Dein Baby nicht mit anderen! Eine kluge Frau hat mir mal gesagt, dass man Kinder unter 4 Jahren überhaupt nicht vergleichen soll! Ich finde, da ist viel Wahres dran!!

Für den Beikost-Start kann übrigens auch noch mal Deine Hebamme zu Dir kommen. Das wird sogar von den Krankenkassen gezahlt. Und es gibt auch Beikost-Seminare zum Beispiel in Hebammen-Praxen. Auch auf diesem Gebiet gibt es also viel Hilfe und Unterstützung! Hol Sie Dir, wenn Du sie brauchst!

 

 

 

Die Geburt. Tipps und Hilfe für den großen Tag.

Heute will ich über den einen, den magischen Moment reden, der alles im Leben verändert: der Tag X, die Geburt Deines Babys. Du hast Dich 9 Monate auf den Tag vorbereitet, hast hecheln gelernt, Deine Schwangerschaftshose ausgedehnt, winzige wundersüße Baby-Bodys gefaltet
und hoffentlich Deinen Nestbautrieb vollends ausgelebt. Alles steht bereit für die Ankunft. Die letzten Wochen und Tage sind wirklich hart, auszuhalten. Mein Bauch platzt bald…es soll endlich losgehen! Das denkt wohl jede Mama, deren ET in nächster Nähe ist. Wie wird mein Baby aussehen? Wie wird es riechen? Wie wird es mich angucken? Wie wird es sein, wenn ich es das erste Mal in den Arm nehme?

Die Zeit um den Geburtstermin ist wahnsinnig spannend. Du fragst Dich, sind das jetzt richtige Wehen? Wie fühlt es sich an, wenn es los geht? Das kann keiner wissen, der noch kein Kind gekriegt hat. Unsicherheit ist also völlig normal.

In dieser Folge will ich Dir meine wertvollsten Ratschläge für die Geburt geben. Ratschläge, die ich aus Gesprächen mit ganz vielen Mamas gesammelt habe und die mir auch enorm weitergeholfen haben. Einen ganz besonderen Dank dabei an Sandra, die wohl best-organisierteste Mama, die ich kenne und die mir in der Zeit vor der Geburt mit ihrer Unterstützung unglaublich geholfen hat! Und diese Hilfe will ich Dir weitergeben.

Du kannst einiges vorbereiten, damit es möglichst stresslos für dich wird, wenn es soweit ist:

  • Der Ort

Als erstes die Wahl des Krankenhauses, es gibt einige (leider wenige) Krankenhäuser, die hebammengeleitete Kreißsälen haben. Das heißt: Nur wenn es zu Komplikationen kommt, holt die Hebamme einen Arzt dazu. Ansonsten leitet die Hebamme die Geburt alleine und der Arzt ist zur Sicherheit im Hintergrund – in Rufbereitschaft. Ich habe mich aus unterschiedlichen Gründen für einen klassischen Kreissaal entschieden und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Das Wichtigste ist, dass Du das Gefühl hast, dort gut aufgehoben zu sein. Du kannst beim Informationsabend im Krankenhaus und noch besser bei der Kreißsaalführung schauen, wie Hebammen und Ärzte miteinander umgehen und wie die Stimmung ist. Unter der Geburt ist Deine Psyche besonders empfindlich, da solltest Du Dich wohl und sicher fühlen.

Ich kann Dir auch sehr empfehlen, im Krankenhaus deiner Wahl den Geburtsvorbereitungskurs zu machen. Da erfährst Du nicht nur über die Anzeichen einer Geburt und wann es wirklich an der Zeit ist, in die Klinik zu fahren, bei den Partnerkursen lernt Dein Mann außerdem, wie er Dich bei der Geburt unterstützen kann und bekommt von der Hebamme im besten Fall ne gute Ansage. Ein Zweier-Gespräch zwischen werdendem Papa und Hebamme ist auch sehr hilfreich. Es ist verdammt hart, nicht wirklich etwas tun zu können, wenn sich der Mensch, den man liebt, mit Schmerzen quält. Okay, der Schmerz ist für einen guten Zweck. Aber trotzdem. Es braucht einen starken Mann, um viele Stunden Wehen mit durchzustehen, ohne vor Mitleid, Hilflosigkeit oder Angst die Geburtshelfer anzubetteln, endlich „richtig“ einzugreifen.

  • Planen entstresst

Macht Dir einen gut durchdachten „Es-geht los-Plan“ und pack deine Kliniktasche rechtzeitig. Für mich waren schnelle Snacks, Cola, gemütliche Kleidung, dicke Socken und Labello am hilfreichsten.

Wenn Du einen Blasensprung hast, informiere Dich, was Du machen sollst. Es ist völlig in Ordnung, wenn Du im Krankenhaus auf der Geburtsstation anrufst und da nach Rat fragst. Wegen dem Blasensprung ist es ratsam, diese *wunderbaren* Inkontinenzbinden namens Pelzis da zu haben (die gibt’s im Drogeriemarkt) und eine Unterlage fürs Auto. Es ist total beruhigend, wenn Du in diesem Moment alles parat hast und nicht mehr hin und herlaufen musst, um alles zusammenzusuchen.

Überleg im Vorhinein, wie Du ins Krankenhaus kommst. Auch wichtig ist, zu wissen, was Du machst, wenn Dein Partner nicht schnell genug da sein kann. Kann jemand anderes mit? Mach Dir auf jeden Fall einen Plan B bei Abweichungen. Das entspannt. Ein informierter und vor allem ruhiger Mensch an deiner Seite ist ganz wichtig.

Aufgeregt-Sein ist absolut NORMAL. Wenn es los geht, mobilisierst du ungeahnte Kräfte und dein Körper weiß ganz intuitiv, was zu tun ist und was dir gut tut und was nicht. Alles andere ist zweitrangig, jetzt geht es nur um Dich. Vertrau Deinem Körper und mach, was er dir sagt. Glaub an dich! Bleib ruhig. Du schaffst das!

  • Die Hebamme

Leider kann es sehr gut sein, dass es während deiner Zeit im Krankenhaus einen HebammenSchichtWechsel gibt, da kaum eine Geburt, zumindest Erstlingsgeburt, in eine normale Dienstschicht der Hebammen passt. Das ist schade für dich aber wichtig für die Hebamme, die natürlich auch Pausen braucht. Trotzdem kann so ein Wechsel sich sehr, ich sag mal „unpassen“ anfühlen. Denn schließlich kommt die Hebamme Dir in dieser neuen und unbequemen Situation so nah, wie sonst kaum jemand vorher. Daher, frag im Krankenhaus nach, wie der Schichtwechsel abläuft. Mindestens eine sanfte Übergabe sollte schon geplant sein. Wenn Du ganz sicher gehen willst, gibt es Beleghebammen. Die bleibt bei Dir, egal, wie lang die Geburt dauert. Leider gibt es davon aber nicht sehr viele und die wenigen sind sehr früh ausgebucht. Aber wenn Dir das wichtig ist, kannst Du spätestens beim zweiten Kind alles früher an Angriff nehmen.

  • absolute Bedürfnisorientierung

Guck, was für DICH gut ist, nicht für andere. Wenn du schreien willst, schrei! Wenn du pupsen musst, pups! Wenn du trinken willst, die Position verändern willst, sonstige Bedürfnisse hast SAG DAS echt DIREKT!!! Und besprich vorher mit deinem Partner, dass ER bei Bedarf für die Umsetzung deiner Wünsche kämpfen muss. Ihr seid ein Team und er soll dich in allem unterstützen. Ich weiß, es ist nicht immer leicht, aber versuch Dein Schamgefühl aus- und Dein Selbstbewusstsein anzuschalten! Schwitzen, Körperflüssigkeiten, Stuhlgang…die Hebamme macht das täglich etliche Male, das ist Alltag für sie und sie kümmert sich drum und entfernt alles sofort…es gibt keinen Grund, sich für irgendwas zu schämen oder zurück zu halten und dein Partner findet dich eh toll und bewundert dich endlos für das, was du da leistest!

  • Die PDA

Ein Tipp war für mich auch noch Gold wert, nämlich mich frühzeitig nach der PDA zu erkundigen und mir schon mal die Unterlagen geben zu lassen, auch wenn Du Dir noch offen lassen willst, ob und wann Du eine PDA willst. Denn unter Schmerzen ist man jetzt nicht mehr ganz so konzentrationsfähig. Ich hatte es nicht so geplant aber für mich war die PDA ein Geschenk!

  • „Wunderbare“ Wehen

Du hast ja im Vorbereitungskurs gelernt, wie Du Wehen veratmen kannst. Falls alles gelernte auf einmal weg ist, ganz ruhig bleiben! Im Grunde ist das Wichtigste, dass Du in den Bauch ein- und mit langem Pfffff wieder ausatmest. Das kannst Du auch schon bei leichten Wehen anwenden und dabei üben.

Und dann immer dran denken: Eine Wehe dauert egal wie unglaublich heftig sie ist, nur 1 bis 1,5 Minuten. Und das Veratmen hilft. Und dann kannst du dich wieder entspannen. Das war für mich in der Theorie zwar auch klar, aber in der Praxis konnte ich mir das noch nicht vorstellen und es macht es wirklich aushaltbarer, dass immer wieder eine Pause zwischen den Wehen ist. Und wenn Dich zwischendurch der Mut verlässt, auch das ist völlig normal. Denk dran, Du hältst dein Kleines bald im Arm! Nimm jede Wehe an, denn jede Wehe ist eine Wehe weniger und bringt dich deinem Baby näher. Der Gedanke hat mich während der Geburt beflügelt.

  • Die ideale Geburt

Ich hatte vor der Geburt das Idealbild einer Wassergeburt. Es ist anders gekommen, weil ich in der Badewanne überhaupt nicht zurecht kam. Das Idealbild ist sowieso hinfällig. Sei lieber offen, sei offen für alles. Wenn baden hilft, klar bade…wenn du zum Wehen veratmen lieber stehen willst anstatt zu liegen, dann mach das, leg dich nicht vorher fest, wie du gebären willst… das kann bei der Geburt ganz anders sein…wie bei mir. Und falls es doch ein Kaiserschnitt werden muss sei nicht enttäuscht…dann es ist das Beste für dein Kind.

  • Deine Geburt = Deine Naturgewalt

Egal wie anstrengend und schmerzhaft…Geburt ist eine Naturgewalt… absolut faszinierend, kraftvoll und einzigartig… das Faszinierende war, meine ganze Angst war verschwunden. Man wird sehr ruhig und stark. Und ich kann aus meiner Erfahrung sagen, Wehen lassen sich ertragen, wirklich! Die Schmerzen sind vor allem am Ende heftig, aber das Gefühl nach der Geburt ist unbeschreiblich! Und wenn Du Dein Baby im Arm hast, dann ist alles andere egal!

Und nun frohes Gebären. Du packst das!

 

Stillen. Tipps, Tricks und Infos für Mama und Baby

Hallo ihr Lieben, ich freue mich total, euch heute meine erste Folge zu präsentieren. Ich habe mich entschieden, mit einem Thema zu beginnen, welches vor allem als Neu-Mama wichtig und spannend ist. Und zwar das Thema Stillen.

Wenn das Baby da ist, geht es ja im Idealfall sofort los mit dem Stillen aber nicht selten gibt es auch kleine oder leider auch größere Problemchen. Und es gibt einiges, was mir geholfen hätte, wenn ich es früher erfahren hätte. Außerdem ist es auch total spannend, was da im Körper vor sich geht. Stillen ist wunderbar aber häufig auch anstrengend.

Daher diese Folge. Also, los geht’s!

Ich werde von meinen Erfahrungen berichten, Tipps geben, falls es mit dem Stillen nicht so richtig klappen will, erklären, was es mit Hausmitteln auf sich hat und noch die ein und andere Idee aufzeigen.

 

  • Das wertvollste Kolostrum

Stillen, das ist doch das Natürlichste auf der Welt. Easy-peasy! Und trotzdem kenne ich kaum eine Mutter, bei der dieses „Natürlichste“ komplett ohne eine Hürde funktioniert hat. Als meine kleine  Lara auf die Welt kam, konnte ich leider nicht direkt stillen, da sie zur Beobachtung auf die Kinderintensiv musste. Sie weggeben zu müssen war natürlich für uns als Eltern ganz furchtbar und ich hatte zudem auch Sorge, dass ich sie nicht werde stillen können. Mir wurde dann gleich gesagt, dass ich abpumpen soll, um die Milchfluss zu fördern.

Gesagt getan. So saß ich dann einige Stunden nach der doch auch anstrengenden Geburt auf meinem Krankenhausbett und da war er, der unweigerliche Vergleich mit der Kuh. Aber es war auch faszinierend, wie da diese cremige Flüssigkeit – am ersten Tag war das ja die Vormilch, das Kolostrum – aus meiner Brust tropfte. Es waren aber nur einige Mililiter. Und ich dachte natürlich, das reicht im Leben nicht. Als dann die Krankenschwester jeden Tropfen dieser wertvollen Milch versuchte, in eine kleine Pipette zu füllen, wurde mir klar, dass das der Champagner des Babys ist. Das Kolostrum ist tatsächlich sehr wertvoll, da es besonders viele Kalorien und Antikörper hat und dem Baby hilft, die Verdauung zu starten und zu schützen. Es ist wirklich wenig, was da rauskommt ABER er reicht und es ist so kostbar!!

  • Muh, der Milcheinschuss

Nach einigen Tagen kam dann der Milcheinschuss und ich erinnerte mich, wie die Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs davon gesprochen hatte, dass wir alle aussehen werden wie Dolly Buster. Jep. Da war ich, ein Klon der guten Dolly. Die Brüste werden hart (als wäre Silikon drin) und sind total empfindlich auf jegliche Berührung. Dieser Milcheinschuss kommt so zwei bis sieben Tage nach der Geburt. Der Körper weiss noch nicht, wieviel das Babylein braucht und der Körper produziert vorsorglich lieber mal zu viel. Und es kann wirklich viel rauskommen,– Stilleinlagen können da sehr helfen! Versuch einfach mal mehrere Marken aus und guck, mit welcher du gut zurechtkommst.

Wenn die Brust anfangs durch den Milcheinschuss ganz fest ist, ist das nicht nur unangenehm für Dich sondern auch nervig für Dein Babylein. Da kommt auf einmal so viel raus, damit sind manche Babys überfordert. Aber keine Sorge, es gibt einige Tipps, wie Du Dir helfen kannst. Guck einfach, was Dir gut tut. Du kannst zum Beispiel VOR dem Stillen die Brust mit einem warmen Waschlappen oder einer Wärmeflasche wärmen. Dadurch wird das Gewebe nämlich weicher und dein Baby kann die Brustwarze besser in den Mund nehmen. Du kannst die Milch auch ein bisschen ausstreichen (lass Dir von deiner Hebamme am besten zeigen, wie man ausstreicht).

Wenn Du dann NACH dem stillen noch Druck spürst, dann kannst Du die Brüste kühlen. Ich hatte daher auf Anraten meiner Hebamme auch immer Quark im Kühlschrank für schöne Quarkwickel. Du kannst natürlich auch einfach ein Kühlpad nehmen aber die Konsistenz von Quark ist perfekt und passt sich so schön an die Brust an (am besten packst Du den Quark in ein Stück Stoff dann saust Du Dich danach nicht so voll ). Und vor allem wirkt Quark entzündungshemmend. Habe ich aber ehrlichgesagt kaum genutzt, irgendwie hat sich glücklicherweise recht schnell eingependelt bei meiner kleinen Maus und mir.

  • Die Milchproduktion

Was mir geholfen hat war, zu verstehen, dass sich die Milchproduktion nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage richtet. Wenn das Baby im Wachstumsschub mehr Milch braucht und es häufiger trinkt, wird die Milchbildung angeregt. Mehr Nachfrage – mehr Angebot. Das heißt dann ja aber auch, dass Du wenn Du abpumpst die Milchproduktion ankurbelst. Die Brust denkt dann mehr Nachfrage – dann auch mehr Angebot. Daher ist abpumpen bei Druckgefühl auch nicht erste Wahl. Dann wird das Druckgefühl zwar erst mal weniger aber auf lange Sicht ist das nicht das richtige, wenn Du das Druckgefühl verringern willst. Dann streiche wie gesagt lieber etwas Milch aus…hier wird gern empfohlen, das unter der warmen Dusche zu machen. Wärme wieder weil die Brust dadurch weicher wird.

Und was ich am faszinierendsten finde: Das die Milch sich nicht nur in der Menge sondern auch in ihrer Zusammensetzung auf die Bedürfnisse deines Babys einstellt. Die individuell perfekte Milch für Dein Baby!

  • Keine Sorge! 

Neben all dem Wunder gab es aber auch Ängste und Sorgen, die ich erlebt habe. Zum Beispiel die Angst, dass ich nicht genug Milch für meine kleine Lara habe. Kennst Du diese Angst auch? Willkommen im Club! Blöd war auch, dass ich wusste, dass unter Stress die Milchproduktion leiden kann. Ein Teufelskreis. Und dann taten meine Brustwarzen unendlich weh, ich ging wegen dem Schlafmangel auf dem Zahnfleisch, das Lara schrie. Wie soll man sich DA bitte entspannen??

Und trotzdem, das Wichtigste: Entspann Dich, dein Körper kann das! Und wenn das Gewicht deines kleinen Schatzes ok ist, braucht Du Dir wirklich keine Sorgen zu machen. Gib Dir Zeit, es wird sich alles einpendeln. Ganz sicher! Die Sorge nicht genug Milch zu haben ist leider weit verbreitet aber das eine Mutter wirklich zu wenig Mich hat, ist sehr selten. Als ich mit diesen Ängsten zu kämpfen hatte, habe ich eine Stillberaterin kontaktiert, es gibt so unglaublich viel Hilfe da draußen. Das ist echt toll! Und es gibt Stillgruppen und Still-Sprechstunden in Krankenhäusern. Geh doch einfach mal zu einer hin und guck Dir an, ob Dir der Austausch gut tut. Über die Ängste reden ist auf jeden Fall hilfreich! Und vor allem, wenn Du merkst, dass Du mit den Sorgen nicht allein bist. Man ist ja eh so unglaublich emotional und auch häufig unsicher in dieser Lebensphase, da brauchen wir gegenseitige Unterstützung!

Ich hatte noch eine ganz andere Herausforderung, ich hatte nämlich einen extremen, extremen Milchfluss. Denn als meine Kleine an einer Seite trank, lief es dermaßen an der anderen Seite raus, dass ich kaum hinterher kam, es wegzuwischen. Und ja, ich hatte Stilleinlagen drin. Die saugfähigsten. Aber schnell waren die auch durchgenäßt! Ich war echt am Ende mit meinen Nerven. Keiner konnte mir da wirklich nen guten Rat geben bis endlich die Urlaubsvertretung meiner Hebamme mit der Erlösung kam: Brustauffangschalen. Thank god! Eine geniale Erfindung: Ich habe die in meinen BH auf die eine Seite reingetan, wenn ich meine Kleine auf der anderen Seite gestillt habe. Die Milch hat sich in den Brustauffangschalen gesammelt und ich konnte so diese Milch auch noch einfrieren! Die Milch kann dann verfüttert werden, wenn Du nicht da bist oder Du nutzt sie beim baden. Entweder für Dich oder dein Baby. Das pflegt die Haut nämlich wunderbar.

  • Richtiges Anlegen

Was ich wirklich von Anfang an hätte wissen wollen ist, dass das richtige Anlegen das A und O ist. Dazu musst Du dich wohlfühlt. Mach es Dir bequem. Ich hatte zum Beispiel eine Ecke in unserer Wohnung mit einem Sessel, einem kleinen Tisch daneben, wo was zu trinken und zu essen stand (am liebsten Schoki) und wo ich mich einfach wohl gefühlt habe. Eine Mama setzt sich zum stillen mit dem Stillkissen aufs Sofa, die andere legt sich ins Bett zum stillen. Wie auch immer, Du sollst Dich wohlfühlen. Und lass Dir Anlegepositionen von Deiner Hebamme oder in Stillgruppen zeigen. Es gibt mehr als eine Position und Du musst nur herausfinden, was für Dich und Dein Baby am besten ist. Manchmal ist es übrigens am besten, sich zum stillen zurückzuziehen, vor allem wenn Dein Baby älter wird und sich von den Eindrücken ablenken lässt.

  •  Aaaautsch, meine Brustwarzen!?

Zum richtigen Anlegen gehört, dass dein Baby beim Trinken immer die ganze Brustwarze plus Vorhof im Mund hat. Das ist am Anfang vielleicht komisch, aber wichtig. Denn wenn dein Baby nur an der Brustwarze saugt, kann das ziemlich weh tun.

Wenn es mega schmerzhaft ist, versuch erstmal eine andere Stillposition. Eine Mama hatte nach langem erfolglosen rumprobieren endlich keine Probleme mehr beim stillen, als sie angefangen hat, auf dem Rücken liegend zu stillen. Sie hatte sehr viel Mich und ihr Baby hat nur die Brustwarze in den Mund genommen, die Milch floss einfach raus. Im Liegen musste ihr Baby aber gegen die Schwerkraft arbeiten und nahm dann die Brust endlich richtig in den Mund und die Mama konnte aufatmen.

Wenn Du schmerzende Brustwarzen hast, kommt das aber nicht UNBEDINGT vom falschen Anlegen – ich habe so das Gefühl, das wird als alleiniger Grund gesehen und einem dann immer eingeredet – das kann auch damit zusammenhängen wie heftig und oft und vor allem wie lange dein Baby trinkt.

Ich habe anfangs manchmal sogar versucht, das stillen heraus zu zögern, weil ich so Angst vor den Schmerzen hatte. Und MEINE Rettung waren Stillhütchen, die konnte ich dann aber auch nach einiger Zeit wieder weglassen. Ich will Dir damit zeigen, dass es viele Wege gibt, Stillschwierigkeiten zu lösen. Und fast immer kann man sie lösen.

Manchmal hört man, dass Babys mindestens so und so lange trinken müssen. Das halte ich für schwierig, denn es gibt Schnell-und Langsamtrinker. Lara zum Beispiel hat Anfangs sehr langsam getrunken, gerne auch mal 45 Minuten und nach einigen Monaten war sie eine sehr schnelle Trinkerin und nach 5 Minuten fertig. Also kein Stress, da gibt es keine fixe Regel. Bald wirst Du dein Baby besser kennen und wissen, wie es für euch beide am besten läuft.

  • Ach ja, diese Schübe…

Auch wenn Du herausgefunden hast, was bei Dir am besten klappt, wird es trotzdem Zeiten geben, in denen alles anders läuft. DAS gehört ja irgendwie zum Mamasein dazu!! Was mir damals aber keiner gesagt hat, was jedoch echt geholfen hätte, war, dass es normal ist, dass es Tage und Wochen gibt, an denen Du das Gefühl hast, nichts anderes zu tun, als zu stillen und das bedeutet NICHT, dass Du zu wenig Milch hast!

Und wenn Dein Baby viel öfter trinken will, wenn dein Baby die Brust anschreit oder wenn dein Baby viel schneller oder langsamer trinkt als sonst, dann ist es viel wahrscheinlicher, dass dein Kleines einfach einen Entwicklungsschub durchmacht, in dem es einfach mehr braucht! Und diese Entwicklungsschübe gehen vorbei, VERSPROCHEN! Und bis dahin heißt es, wie schon erwähnt: Angebot und Nachfrage schneller zufrieden!

  • Vergiss das Essen und Trinken nicht!

Hausmittelchen zum Anregen der Milchbildung gibt es natürlich auch, zum Beispiel der bekannte Stilltee. Musste ich natürlich auch unbedingt haben. Spricht ja auch nichts dagegen, ich hab mich nur ein bisschen geärgert, als ich erfahren habe, dass die meisten Stilltees einfach eine Mischung aus Fenchel, Kümmel und Anis sind. Es ist aber durchaus günstiger, diese Mischung zu kaufen und nicht mehr zu bezahlen, nur weil „Stilltee“ drauf steht. Wenn es eine Wirkung gibt, dass ist die wahrscheinlich dem Placeboeffekt zu danken, denn wissenschaftlich bewiesen ist nur die positive Wirkung nicht.

Teehersteller dürfen übrigens trotzdem damit werben, dass Stilltees die Milchbildung unterstützen obwohl das wissenschaftlich wie gesagt noch nicht bewiesen ist. Wissenschaft hin oder her, ich mag meine entspannende Teepause. Viel trinken ist ja vor allem in der Stillzeit unglaublich wichtig, empfohlen werden 2-3 Liter pro Tag. Aber mehr dann auch nicht. Wenn Du nämlich mehr als 3 Liter am Tag trinkst, kann das dazu führen, dass die Milch weniger wird. Fand ich ganz interessant, viel hilft viel, zu viel hilft nicht. Mehr als 3 Liter sollten aber eh schwer sein, zu trinken.

Weitere Hausmittel sind Malzbier, alkoholfreies Bier und Getreidekaffee. Auch da gibt es unterschiedliche Meinungen. Auf jeden Fall sind im Malzbier viele flüssige Kalorien. Und Stillen verbraucht ja ordentlich Kalorien, ich hatte auch wirklich gefühlt immer Hunger und gerne auch Malzbier im Kühlschrank. Es sind übrigens um die 600 Kalorien mehr, die Du brauchst, wenn Du stillt. Pro Tag! Ganz schön viel, aber die sollte man leider nicht mit einer Tafel Schokolade sondern mit gesundem Essen zu sich nehmen.

  • Gründe fürs Nicht-stillen

Jetzt hab ich ganz viel vom stillen geredet und es klingt so, als gäbe es gar keine Alternative. Klar, Stillen hat so viele Vorteile, es ist gesund für das Baby und Dich als Mama, Du hast es immer dabei, immer in der richtigen Temperatur und es ist dann auch noch umsonst. Wie kann man sich da bitte gegen das Stillen entscheiden. Das dachte ich früher auch aber dann habe ich eine Mama kennengelernt, die sich gegen das Stillen entschieden hat, teils aus medizinischen aber auch aus persönlichen Gründen. Und ehrlich, früher hätte ich immer verurteilt. Wie kann man nur nicht das Beste für sein Kind wollen und alles dafür geben. Bullshit. Es gibt Gründe, die gehen keinen was an und diese Mama, die ich kennengelernt habe, war eine wunder-wunderbare Mama. Auch ohne zu stillen. Es ist ein Teil vom Mamsein, aber es macht eine Mama nicht zu einer guten oder schlechten.

Jeder geht seinen Weg und ich bin für Toleranz und Liebe. Das braucht die Welt heute am meisten! Und als Kölnerin will ich da unser kölsches Grundgesetz zitieren: Jeder Jeck ist anders!

 

Jetzt habe ich ganz viel, natürlich nicht alles über das Thema Stillen aufgegriffen. Zum Glück haben wir in Deutschland diesen unglaublichen Luxus, Hebammen für die Nachsorge als Unterstützung zu bekommen. Hebammen sind Profis auf diesem Gebiet und ich will Dich ermuntern, Hilfe zu suchen und anzunehmen wenn Du Schwierigkeiten hast!

 

Und genießt das Mama-Sein, es ist die wunderschönste, spannendste aber auch chaotischte und intensivste Zeit in DEINEM Leben!

Bis zum nächsten Mal!