Beikost. Tipps, Tricks und Infos für Mama und Baby

Hallo ihr Lieben, heute gibt es wieder ein Thema für die Mamas unter Euch, deren Babys noch kleiner sind. Ich will über Beikost sprechen – welche Möglichkeiten gibt es und wie startest Du am besten – außerdem erfährst Du, wie ich es gemeistert habe und was meine besten Tipps für den Beikoststart sind.

Mit Beikost ist eigentlich alles gemeint, was zur KOST des Babys – nämlich der Muttermilch – BEIgefüttert wird = BEIKOST. Wenn Du Beikost hörst, denkst Du wahrscheinlich erst mal an Brei und das Ende der Stillzeit. Das muss weder das eine noch das andere sein. Ich habe ziemlich viel zu diesem Thema recherchiert und will Dir hier als erstes die unterschiedlichen Ansätze aufzeigen. Außerdem erfährst Du, wie diese Zeit am stressfreisten für Dich und Dein Baby ablaufen kann und warum Du nur wenige Dinge zum Beikost-Start brauchst.

  • der klassische Beikost-Start 1.1

In der klassischen Lehrbuch-Beikost-Einführung wird meistens empfohlen, dass Du mindestens bis zum Beginn des 5. Monats voll stillst und etwa zwischen dem 5. und 7. Monat Beikost einführst und parallel dazu weiter stillst. Der Einfachheit halber spreche ich jetzt nur von stillen, meine aber immer stillen oder Flasche geben.

Wichtiger als das Alter ist aber, dass Dein Baby interessiert daran ist, was andere essen und sich selbst Dinge in den Mund stecken kann. Das machen Babys in diesem Alter ja am liebsten! Und häufig wird der Hunger in diesem Alter auch mehr, die Babys wollen dann mehr trinken. Auch ein Zeichen dafür, dass mit Beikost gestartet werden kann. Ein gutes Zeichen fürs Beikost-bereit-sein ist auch, wenn der Zungenstoßreflex Deines Babys schwächer wird. Das heißt, wenn Dein Baby feste Nahrung nicht mehr reflexartig aus dem Mund schiebt.

Trotzdem kann es sein, dass Dein Baby aber auch einfach noch total überfordert ist mit Beikost. Wenn es sein Köpfchen wegdreht oder den Mund trotz herannahendem Löffel zulässt, dann kannst Du entweder mit aller Kraft und Überzeugung versuchen, dein Baby zu überreden oder Du verschiebst den Beikost-Start. Und das ist fürs Baby und vor allem für Deine Nerven besser! Mach einfach eine Pause und versuch es nach ein paar Wochen noch einmal. Auch die Gewöhnung an einen Löffel kann für Babys schwer sein. Daher kannst Du am Anfang den ersten Gemüsebrei auch von dinem sauberen Finger essen lassen. Irgendwann siegt die Neugierde immer und mit weniger Druck geht es deinem Baby und vor allem aber auch Dir besser! Am besten setzt ihr euch gemeinsam an den Tisch, Dein Baby auf dem Schoß oder im Stühlchen. Mach es so ungezwungen wie es nur möglich ist. Wenn Du merkst, dass da zu viel Druck in Dir ist und Du das Abstillen gar nicht mehr abwarten kannst, dann gibt es natürlich auch immer die Möglichkeit, dass Du auf die Flasche umschwenkst. Und von der Flasche dann auf Brei wechselst.

Beginne mit den ersten Löffeln Gemüsepüree zu einem Zeitpunkt, an dem der Hunger da ist aber auch nicht zu groß ist, sonst wird Dein Baby ungeduldig. Am besten genau zwischen zwei Stillmahlzeiten. Also, wenn Du zum Beispiel normalerweise so um 9 Uhr stillst und dann wieder gegen 12 Uhr, wäre es für den Beikost-Start am Anfang prima, um halb 11 zu füttern. Das ist der optimale Zeitpunkt zum Austesten, nicht zu hungrig, nicht zu satt. Dann gibt es das erste Testessen. Wenn das schon ganz gut klappt, kannst Du in den nächsten Tagen das füttern langsam zeitlich nach hinten verschieben. Dein Baby wird dann mehr Hunger haben und versteht, dass der Brei auch satt macht. So kannst Du den ersten Brei langsam und vor allem entspannt einführen.

Versuch anfangs am besten einen selbstgemachten Brei aus nur einer Gemüsezutat. Dann kannst Du am besten beobachten, wie Dein Baby auf die Zutat reagiert. Anfangs sind das nur wenige Löffel. Das ist ganz normal! Der Magen Deines Babys ist noch klein, in etwa so groß, wie die Faust Deines Babys. Der Magen-Darm Trakt muss sich an all das Neue auch erst mal gewöhnen. Mit Verstopfungen haben Babys beim Beiskost-Start nicht selten zu kämpfen. Das braucht Zeit.

  • Tipps für den Start

Für den Beginn empfehle ich immer Pastinake ohne weiße Möhre, die schmecken süßlich, machen aber nicht so fiese Flecken wie Karotten. Und Flecken bzw. eher vollgematschte Tücher wird es Anfangs einige geben. Kinder untersuchen ihr Essen zu gern mit den Händen. Das macht ja auch Spaß! Geh einfach von einem richtigen Brei-Abenteuer aus und bereite Dich darauf vor. Im Sommer kannst Du Dein Baby zum Beispiel einfach nur in Windeln füttern oder ein großes Spucktuch um den Hals hängen. Denk am Anfang auch an deine Schutzkleidung! Und dann packst Du danach einfach alles in die Waschmaschine und gut ist. Es wird nicht immer so ein Gematsche bleiben, versprochen!

Ach ja, super ist unsere Schutzplatte unter Laras Stuhl, so wird der Teppich geschützt. Am besten ist natürlich gar kein Teppich unter dem Tisch aber wir haben einfach eine Bürostuhlunterlage umfunktioniert und die liegt da immer noch und ist sehr praktisch!

  • der klassische Beikost-Start 1.2

Um jetzt weiter bei dem traditionellen Weg zu bleiben, peu a peu gibst Du mehr und der erste Brei ist dann der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei mittags. Wenn das schon gut klappt, wird etwa einen Monat später – so mit ca. 7 Monaten – als zweiter Brei der Milch-Getreide-Brei am Abend eingeführt. Und der letzte Brei, der klassischerweise wieder so ca. einen Monat später eingeführt wird, ist der Getreide-Obst-Brei am Nachmittag. Ein Brei gilt als eingeführt, wenn er die jeweilige Stillmahlzeit ersetzt hat. Das heißt, wenn Du genau danach bzw. davor nicht mehr stillen musst, damit Dein Baby satt ist.

Ab dem ersten Brei kannst Du Deinem Baby Wasser anbieten und es kann das trinken üben. Wenn Dein Baby drei Breie am Tag isst, braucht es zusätzlich Flüssigkeit, ca. 200ml pro Tag. Die Zahnärztin Bianca Wirnharter, mit der ich für Kingababy ein Interview geführt habe, rät, dass Dein Baby am besten sofort aus einem Becher oder einer Tasse trinken lernt. Lieber nicht aus der Flasche, denn das dauernde Nuckeln ist schädlich für die Zähne!

Anfangs kannst Du die Tasse bis zum Rand füllen damit die Oberlippe deines Babys gleich befeuchtet ist und es seinen Mund automatisch öffnet. Die Empfehlung 200ml klingt viel und das hat Lara auch nicht geschafft aber wichtig ist, dass Du das Trinken immer wieder anbietest.

Später wird dann noch ein Frühstück eingeführt und dann noch eine Zwischenmahlzeit. Nach ca. 3,5 Stunden ist der Blutzuckerspiegel nämlich im Keller, so weit sollte es nicht kommen, daher das Ziel, dass es am Tag 4-5 richtige Mahlzeiten gibt. Und dann ist es nicht mehr weit und Dein Baby isst mit Mama und Papa ganz normal mit! Und das ist so toll!!

 

Ok, jetzt kennst Du den Weg der klassischen Beikost-Eingewöhnung. Es gibt zum Einen die Möglichkeit, den Brei selber zu machen. Das ist wirklich keine große Arbeit. Ich bin keine begabte Köchin aber das hab ich auch problemlos hinbekommen. Praktisch ist, wenn Du größere Portionen machst und die dann gleich in 200 Gramm Einzelportionen abgefüllt einfrierst. Dann kannst Du die auch aufgetaut mitnehmen, wenn Du unterwegs bist. Und es gibt zum Zweiten natürlich auch fertige Gläschen. Die haben aber auch Pluspunkte, sie sind wohl die best-kontrolliertesten Lebensmittel in Deutschland und die Zutaten müssen schadstoffarm sein. Guck aber auf die Zutatenliste, es soll kein Salz, keine Gewürze und natürlich kein Zucker drin sein. Die meisten Breie sind vergleichbar mit selbstgemachten Breien. Aber unglaublich, was darüber hinaus noch alles angeboten wird. Den Stracciatella-Brei zum Abendessen fände Lara sicher super, den gibt’s aber definitiv nicht!

Also, bei der traditionellen Art der Beikost-Einführung gibst Du deinem Baby am Anfang alles Essen in Breiform. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung dazu.

  • Baby-led-weaning

Ein anderer Ansatz bei der Einführung der Beikost nennt sich Baby-led-weaning, „to wean“ heisst abstillen, also das Baby-gesteuerte Abstillen. Beim Baby-led-weaning (BLW) geht das Baby direkt von der Muttermilch zu „richtigem“ Essen über. Also ohne Brei. Das Essen wird als Finger Food angeboten, erst lutscht das Baby nur dran, irgendwann wird was abgebissen, ziemlich häufig gewürgt und dann auch mal geschluckt. Natürlich verzögert sich das Abstillen durch BLW. Aber für Mamas, die keine Eile mit dem Abstillen haben, ist das sicher ne schöne Methode.

Ich habe Baby-led-weaning nicht ausprobiert, kenne aber Mamas, die damit sehr glücklich waren. Vor allem ist das auch ein guter Weg, wenn es aus welchen Gründen auch immer mit der klassischen Beikost-Einführung nicht funktionieren will.

  • Hoch- und Tiefphasen

Es kann natürlich auch immer dazu kommen, dass nichts mehr geht. Also bezogen auf Essen. Und jede Mama ist mal genervt und verzweifelt, wenn es mit der Beikost nicht klappt. Es gibt immer wieder Hoch- und Tiefphasen. Nur nicht verzweifeln! Das ist ganz normal! Und Rückschritte gehören dazu. Lara hat auch einige Zeit schon richtig gern und viel Brei mittags gegessen und dann auf einmal keine Lust mehr gehabt. Da kann ich nur raten, immer wieder anbieten, in kleinen Mengen, wenn kein Interesse besteht, dann ist das eben so. Dein Baby wird schon zeigen, wenn es satt ist. Zum Beispiel indem es das Essen mit der Zunge wieder rausschiebt, den Kopf wegdreht oder den Löffel wegdrückt. Das solltest Du akzeptieren! Nicht überreden oder sogar zwingen! Ein gesundes Gespür für Hunger und Sättigung muss Dein Baby ja auch erst lernen.

Der Hunger bei Lara kommt auch jetzt noch in Perioden. Sie isst phasenweise wie ein Spatz und dann – ganz plötzlich – mit Heißhunger und kann gar nicht mehr aufhören. Ich habe keine Ahnung, wann genau sie einen Wachstumsschub durchläuft und dadurch dann einen vermehrten Kalorienbedarf hat. Sie schon, und dann isst sie zweimal so viel wie sonst. Im Krankheitsfall z.B. lehnen viele Babys Brei ab, aber trinken weiterhin an der Brust.

Mir hat immer geholfen, mich daran zu erinnern, dass mein Baby sich genau das holt, was es braucht! Mal mehr, mal weniger. Dieses Vertrauen finde ich so wichtig, denn es wird Dir diese neue Herausforderung als Mama leichter machen!

  • Du bist die Mama – Du entscheidest!

Die Herausforderung ist ja auch, sich immer wieder eine Meinung aufzubauen. Und die musst Du im Gespräch mit anderen Mamas oder auch der Oma leider häufig verteidigen. Bei dem Thema Kuhmilch zum Beispiel scheiden sich die Geister. Kuhmilch ist ja Bestandteil des Milch-Getreide-Breis aber wir als Allergiker haben die Kuhmilch im Brei bei Lara mit Hafermilch ersetzt. Ich hab dann Hafermilch gekauft, die extra mit Kalzium angereichert ist. Später habe ich mich da immer mit kleinen Mengen Kuhmilch herangetastet, das hat gut geklappt. Genauso kannst Du Gluten einführen. Sowohl bei Milch als auch bei Gluten gibt es natürlich mehrere Ansätze, die einen sagen, Kuhmilch bzw. glutenhaltiges Getreide soll mit Beginn der Beikost eingeführt werden, da das präventiv wirkt. Andere sagen, dass das frühe Einführen von Kuhmilch oder Gluten die Entwicklung einer Unverträglichkeit oder Zöliakie erhöhen kann. Wenn Du aber dein Baby stillst, während Du diese Lebensmittel einführst, besteht wohl kein erhöhtes Risiko.

Was Du aber wirklich vermeiden solltest im ersten Jahr, ist Honig! Der kann nämlich Keime enthalten, die im Darm Gifte bilden und das kann für Babys unter einem Jahr extrem gefährlich werden!

  • Eisen, Vitamin C und Co.

Ein anderes großes Thema wenn es um Beikost geht, ist Eisen. Da wird einem richtig Angst gemacht, dass Babys an Eisenmangel leiden können, wenn sie mit 6 Monaten keine Beikost bzw. kein Fleisch bekommen. Das war für mich als Vegetarierin ein emotionales Thema, nach Rücksprache mit meiner Kinderärztin habe ich Lara nur einmal die Woche Fleisch gegeben und sonst alle Getreidebreie mit Hirse gemacht. Hirse ist nämlich eisenhaltig und wunderbar verdaulich. Da Vitamin C die Aufnahme von Eisen verbessert, habe ich in den Hirsebrei 1-2 Esslöffel Apfel-oder Orangensaft eingerührt. Damit kamen wir prima zurecht.

 

Manchmal ist es nicht so leicht, seinen eigenen Weg zu finden. Ich glaube der beste Rat dazu ist, lies nicht zu viel im Internet. Du bist die Mama, Du entscheidest nach besten Wissen und Gewissen. Wichtig finde ich nur, dass man nicht alles blind glaubt, vor allem der Werbung nicht.

  • Was brauchst Du wirklich

Apropos Werbung. Als ich im Breirausch war, habe ich mich von einigen überflüssigen Produkten beeindrucken lassen, die ich mir hätte sparen können. Daher jetzt zum Schluss der Folge noch eine kleine Aufzählung, was Du wirklich brauchst zum Beikost-Start. Und das ist nicht viel:

Was ich wichtig finde, ist ein guter, stabiler Kinderstuhl (der von Stokke ist sauteuer aber einfach der Beste) mit Babyverkleinerung,  abnehmbarem Bezug und einem eigenen Tisch – das ist wirklich sehr praktisch, dein Baby kann dann einen eigenen Tisch vollsauen, den Du abmachen und saubermachen kannst! Dann natürlich Lätzchen, die aus Stoff sind schön und wenn sie auch noch abwaschbar sind, umso besser! Leider sind die abwaschbaren meistens aus Plastik, aber sie sind dann doch häufiger im Gebrauch und schnell wieder abgewaschen, wiederverwendbar und überleben auch locker mehrere Kinder. Und dann noch eine kleine Schüssel, ein paar flache Löffel (einige kannst Du Deinem Baby dann auch zum spielen und dran gewöhnen geben) und einen Trinkbecher. Meistens ist Kindergeschirr aus Melamin. Da Melamin immer häufiger in der Kritik steht (es können sich nämlich bei hohen Temperaturen Schadstoffe lösen) habe ich ein besseres Gefühl bei Kindergeschirr aus Bambus.

Ja: Stuhl, Lätzchen und Geschirr. Ganz ehrlich, mehr braucht man nicht.

  • Fazit

Mal wieder der wahrscheinlich häufigste Rat, der aber auch wirklich der Beste ist: Entspann Dich! Und versuch diesen neuen Entwicklungsschritt zu genießen! Und ich kann mich nur wiederholen: Lass Dein Baby entscheiden wie viel es essen möchte. Hab Vertrauen und vor allem: vergleiche Dein Baby nicht mit anderen! Eine kluge Frau hat mir mal gesagt, dass man Kinder unter 4 Jahren überhaupt nicht vergleichen soll! Ich finde, da ist viel Wahres dran!!

Für den Beikost-Start kann übrigens auch noch mal Deine Hebamme zu Dir kommen. Das wird sogar von den Krankenkassen gezahlt. Und es gibt auch Beikost-Seminare zum Beispiel in Hebammen-Praxen. Auch auf diesem Gebiet gibt es also viel Hilfe und Unterstützung! Hol Sie Dir, wenn Du sie brauchst!

 

 

 

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